Hoffentlich nicht zum letzten Mal...
Das auch im Denglischen gern benutzte Modewort «Package» steht im Operngeschäft für die Gesamtausstrahlung eines Sängers: Stimmtechnik, Timbre sowie Persönlichkeit und die Fähigkeit, sich zu «verkaufen». Wobei die beiden letzteren Eigenschaften gern verwechselt werden. Und es sind auch vor allem diese beiden, die häufig bei der Beurteilung von Sängern in den Vordergrund rücken.
In diesem Sinne sind wohl auch einige Bewertungen beim diesjährigen Belvedere-Gesangswettbewerb zu verstehen.
Etwa bei Hlengiwe Mkhwanazi, einer 28-jährigen Sopranistin aus der südafrikanischen Volksgruppe der Zulu mit professioneller Erfahrung an der Oper Kapstadts. Dank ihrer überrumpelnden Ausstrahlung, ihres stupenden Materials und engagierten, energischen Auftretens (mit Konstanzes «Martern aller Arten») räumte sie die meisten Preise ab – den Publikums- und Medienpreis sowie den zweiten Gesamtrang. Ein Rohdiamant, der freilich noch einiges an gesangstechnischem Feinschliff bräuchte.
Den ersten Preis der Intendantenjury erhielt der 22-jährige Südkoreaner Beomjin Kim, ein Tenor mit attraktivem, silbrigem Timbre, der eher intuitiv zu singen als sich um Zukunftssicherung durch belastbare Technik zu ...
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Opernwelt September/Oktober 2012
Rubrik: Magazin, Seite 95
von Gerhard Persché
Das Teatro Olimpico in Rom, eine Vorstellung von Mozarts «Zauberflöte». Mehrere hundert Sechs- bis Dreizehnjährige haben sich eingefunden, und sie machen mit: Sie stimmen in Papagenos Arien ein, sie singen fast die komplette Partie der Drei Knaben und alle Chorpassagen. Am Ende bejubeln sie ihren jungen Dirigenten Salvatore Percacciolo wie einen Popstar – ein...
Katharina: die Provinz
Auf gut Fränkisch klingt das Wort wie eine Drohung: Brrroowinz. Der letzte Patriarch von Bayreuth hatte sich darin indes sehr wohl gefühlt. Denn Wolfgang Wagner, Alleingesellschafter der Bayreuther Festspiele, wusste, wie auch schon sein Großvater Richard, um die Vorzüge der Abgeschiedenheit von den Zentren. In der Provinz Erster zu sein,...
Er war sechzig Jahre alt und hatte ebenso viele Opern geschrieben, als die Entscheidung fiel. Giovanni Simone Mayr kehrte dem Theater den Rücken und schrieb fortan nur noch Sakralmusik. «Demetrio, Re di Siria», am 27. Dezember 1823 am Teatro Regio in Turin uraufgeführt, könnte man dabei als eine Art Vermächtniswerk ansehen, in dem der Komponist die Summe seiner...
