Das Ferne ganz nah

Bregenz bringt Detlev Glanerts «Solaris» zur Uraufführung und wiederholt Giordanos «André Chénier»

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Detlev Glanert ist ein hörerfreundlicher Komponist. Der 52-jährige Henze-Schüler verärgert weder avantgardistisch gesonnene Naturen, noch verschreckt er Normal-Abonnenten. Kein abgehobener Esoteriker, keiner, der für Spezia­listenzirkel schreibt und Erfolg für schändlich hält. Glanert ist der Mann für Bregenz, der Rechte für ein Unternehmen, das über die Suche nach Raritäten fürs Festspielhaus, nach Besonderheiten abseits des Kernrepertoires nun eine Uraufführung an die andere reiht.

Für die diesjährige fischte Glanert aus seinem Notizbuch mit – er sagt’s selbst – 150 Stoffen den Roman «Solaris» (1961) des polnischen Science-Fiction-Autors Stanislaw Lem heraus.

Sechzehn Monate dauerte der Flug. Endlich ist der Psychologe Kelvin auf der Raumstation eingetroffen, die den Planeten Solaris umkreist. Für die Forscher dort bedeutet die Konfrontation mit den Rätseln im All die Konfrontation mit der eigenen Vergangenheit. Um Schuld geht es, um Verdrängung, auch um Wünsche und Ängste. Doch kaum ist Kelvin eingetroffen, realisiert er: Etwas ist faul. Seltsame Dinge ereignen sich. Selbstmorde, Chaos. Die Station verrottet. Am seltsamsten sind jene «Gäste», die die teils versoffenen, teils ...

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Opernwelt September/Oktober 2012
Rubrik: Im Focus, Seite 38
von Heinz W. Koch

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