Höchstens amüsant
Anfangs macht Jeanne noch vergnügt Selfies mit ihrem neuen Verehrer, dem Maler René: Dessen Operettentenor-Emphase findet sie süß. Dann lebt sie in jungem Glück mit ihm in einer Mansarde, verprasst jedoch bald das karge Haushaltsgeld. Nach der Trennung landet sie als Sängerin beim Varieté, wo sie mit Mühe einer Vergewaltigung entgeht, bevor ein reicher Galan sie für seine amourös-politischen Zwecke auswählt und gezielt aufbaut.
Nun bekommt sie eine Tournüre umgeschnallt und einen Fächer in die Hand gedrückt – um bei einer Art Late-Night-Show in eigener Sache von König Ludwig XV. persönlich als dessen neue Mätresse gecastet zu werden. Eine Palastintrige soll sie aus dieser einflussreichen Position wieder kippen, Konkurrent René erneuert seine Liebesschwüre – aber sie entscheidet sich für den König. Happy End? Im fidelen Schlussensemble fallen Jakobiner über sie her: Marie-Jeanne Bécu, verehelichte Comtesse du Barry, wurde 1793 durch die Guillotine hingerichtet.
Carl Millöckers 1879 in Wien uraufgeführter Operette «Gräfin Dubarry« hatte schon Theo Mackeben 1931 für Berlin unter dem Titel «Die Dubarry» ein tiefgreifendes Lifting im Stil seiner Zeit verpasst: Schmiss und Kessheit ...
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Opernwelt 11 2022
Rubrik: Panorama, Seite 45
von Walter Weidringer
Zur Eröffnung der Spielzeit wartet das Haus in der elsässischen Kapitale mit einer Uraufführung auf, in der sich Musik-, Tanz- und Sprechtheater verbinden. Der schon für das Straßburger Arsmondo-Festival 2020 vorgesehenen Premiere hatte damals die Pandemie einen Strich durch die Rechnung gemacht. Jetzt erweist sich das Werk als Wurf.
Allein die Auswahl...
Ist das überhaupt zum Aushalten? Werden sich die Menschen nicht danach umbringen?» So soll Gustav Mahler, die soeben vollendete Partitur seines «Lieds von der Erde» aufschlagend, nach dem Zeugnis Bruno Walters gefragt haben. Heute ist die Symphonie in Liedern mit ihrer unaufgelösten Polarität von Werden und Vergehen im Kanon angekommen. Rund zweihundert Aufnahmen...
Alpha
06.11. – 21:45 Uhr
Leonidas Kavakos spielt Beethoven Leonidas Kavakos gehört zur Weltspitze der Violinisten. Man rühmt seine makellose Technik, sein tiefgründiges musikalisches Verständnis, seine einzigartige Klangqualität und sein höchst virtuoses Spielniveau. Der vielfach gefragte italienische Pianist Enrico Pace teilt mit Kavakos, neben seiner Arbeit mit...
