Hoch in Südwest
Denkbar weit spannt sich der programmatische und musikalische Bogen beim diesjährigen Festival-Sommer der Santa Fe Opera. Die Schauplätze der drei hier besprochenen Produktionen reichen vom Paris der 1920er-Jahre über ein Konzentrationslager am Ende des Zweiten Weltkriegs bis hin zum Privatleben des chinesischen Staatsmannes Sun Yat-Sen und der zeitlosen orientalischen Fantasiewelt Igor Strawinskys.
Zunächst «Fidelio» im Konzentrationslager: Stephen Wadsworth zeigt die Banalität des Bösen in einer nüchternen, einer intelligenten Inszenierung.
Er führt vor, wie selbst die als Sympathieträger gezeichneten Figuren in Beethovens Befreiungsoper – Rocco (Manfred Hemm) etwa oder Jaquino (Joshua Dennis) – zu gedankenlosen Handlangern und Mitschuldigen am Leid anderer werden und wie für Don Pizarro (stimmgewaltig: Greer Grimsley) die Grenze zwischen Pflicht und privater Rache immer mehr verschwimmt. So mehrdimensional wie Wadsworth das Böse ausstellt, lässt er auch das Gute, das sich vor allem in Leonores Liebe zu Florestan manifestiert, mit Zwischentönen erscheinen: Ungewöhnlich kindlich und verspielt verkörperte Alex Penda die Partie der für gewöhnlich heroisch angelegten Leonore. Paul ...
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Opernwelt September/Oktober 2014
Rubrik: Panorama, Seite 59
von Simon Williams
Seit über Kunst nachgedacht wird, also schon sehr lange, treibt die Frage um, was Musik eigentlich sei. Das «Schöne», sein Eigenwert, seine Funktion, in Abgrenzung zum «Hässlichen» – darum kreisen die Debatten. Im deutschen Kulturbereich scheint das Thema nach wie vor blockiert. Idee wie Ideologie der «absoluten» Musik haben diese festgelegt auf die kunstreligiöse...
Jubilare
Sie studierte an der Budapester Musikakademie Liszt Ferenc bei József Réti Gesang und begann ihre Bühnenkarriere Anfang der 1970er-Jahre in Bern und an der Deutschen Oper am Rhein mit Partien wie Gilda, Sophie, Norina, Königin der Nacht und Zerlina. Als Blonde in Giorgio Strehlers Inszenierung von Mozarts «Entführung aus dem Serail» trat Krisztina Laki bei...
Rhythmisch wiegen sich die Sänger der ägyptischen Sufi-Gruppe «Al-Tariqa Al-Gazoulia», um sich einzustimmen auf das Ritual, das sonst nur in den Räumlichkeiten der islamischen Glaubensgemeinschaft stattfindet. Zum ersten Mal führten die Sufis bei den Salzburger Festspielen ihr Gebet öffentlich vor: ein monodischer Lobpreis Allahs, der nach etwa einer halben Stunde...
