Vaterfreuden
Die Strahlen der Sonne vertreiben die Nacht», lassen Mozart und Schikaneder ihren Sarastro im Finale der «Zauberflöte» singen. Als Sonnenkönig dürfte sich auch Siegfried Matthus gefühlt haben, als er im August zum letzten Mal die Gäste bei der von ihm gegründeten Kammeroper Schloss Rheinsberg begrüßte – zur «Zauberflöte» (Regie: Kay Kuntze). Beachtliche 23 Jahre hat Matthus im Sommer Glanz in die zauberhafte Kulisse aus Städtchen, Schloss und See gebracht, hat jungen Sängern die Chance gegeben, sich vorzustellen.
Ob die Kammeroper für das Gros der Mitwirkenden ein Karrierebeschleuniger ist, bleibe dahingestellt; Fakt ist: Heute singen manche Solisten, die auch mal in Rheinsberg aufgetreten sind, an ersten Häusern (u. a. Claudia Barainsky, Annette Dasch, Anett Fritsch oder Marco Jentzsch). Die Kammeroper ist Matthus’ Vermächtnis. Als Komponist, der er ja auch ist, mag er nicht mehr so zum Zuge kommen, seine Werke werden nicht mehr so häufig aufgeführt wie früher. Das war in der DDR anders, Matthus galt als große Nummer: Kurt Masur etwa leitete schon die Uraufführung seines ersten symphonischen Werks, an der Komischen Oper. Damals war Matthus 28 Jahre alt.
Jetzt ist er 80, und es ist ...
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Opernwelt September/Oktober 2014
Rubrik: Magazin, Seite 97
von Udo Badelt
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Was du ererbt von deinen Vätern hast», heißt es in Goethes «Faust», «erwirb es, um es zu besitzen.» Hat man sich das bei der EMI vor Augen gehalten, als es um die Künstlerin ging, deren Erbe wohl mehr Zinsen abgeworfen hat als das von irgendjemand sonst und das jahrzehntelang vom Marketing mit dem absurden Allerlei von «Best of»-Kompilationen geschändet wurde?
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