Liebesmüde: Zoltán Nyári (Siegmund) und Nadja Stefanoff (Sieglinde); Foto: Theater/Stephan Walzl
Fetzenflug
Eigentlich – das weiß jeder Wagnerianer – geht es im «Ring» mit der «Walküre» erst so richtig zur Sache, und so war man in Oldenburg denn auch gespannt, wie Regisseur Paul Esterhazy und sein Ausstatter Mathis Neidhardt die Versprechungen ihres im «Rheingold» als besonders originell erscheinenden Konzepts weiterentwickeln würden. Man erinnert sich: «Der Welt Erbe», das der Besitzer des Ringes mit ihm gewinnt, suchte man am «Vorabend» vergebens in mythologischen Fernen. Die «Welt», das war hier die eines abgeschiedenen Schweizer Bergdorfs mit seinen Hierarchien und Konflikten.
Im «Rheingold» ging das in einer Art Sex-and-Crime-Story überraschend schlüssig auf – und erweist sich in der «Walküre» als ebenso logischer Erzählansatz.
Wieder orientiert sich das Bühnenbild mit seinen ständig wechselnden Schauplätzen an filmischen Techniken. Wieder beleben Statisten die Szene und werden – wie etwa Erdas wiederholtes Erscheinen – sinnerhellend in das Geschehen eingegliedert. Und wieder ist Wotan in dieser kleinen, in sich geschlossenen Bergwelt der dominante Großgrundbesitzer, der alle Fäden in der Hand zu halten scheint. Und doch steht er ganz offensichtlich unter der Knute seiner ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Die Dramaturgie der Macht, die sich Markus Hinterhäuser für den Neustart der Salzburger Festspiele ausgedacht hat, lebt von einem Doppelsinn. Was als Strategie des Programms vielleicht doch etwas unverbindlich daherkommt, fesselt im Detail der ausgewählten Stücke umso mehr. Denn selbstverständlich folgt die Macht ihrer eigenen Dramaturgie. Für das, was Macht mit...
JUBILARE
Günter Neuhold wurde in Graz geboren und studierte an der dortigen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Dirigieren. Anschließend setzte er seine Studien bei Franco Ferrara in Rom und bei Hans Swarowsky in Wien fort. 1972-80 folgten Engagements an verschiedene Bühnen in Deutschland, darunter Hannover und Dortmund, wo er als 1. Kapellmeister tätig...
Kaum zu glauben: Der Tenor René Kollo wird am 20. November 80 Jahre alt. Bis heute ist er aktiv und im Gespräch. Nicht mehr nur als Sänger, sondern auch als Autor von Büchern (darunter eines über Wagner sowie ein Kriminalroman) und streitbarer Kommentator des sogenannten Regietheaters in Bayreuth und anderswo. Der Operngesang stand zwar im Zentrum seiner Karriere,...
