Himmel und Hölle
Tornerà d’auro il secolo?» – Wird das Goldene Zeitalter wiederkehren?, fragt der Chor im jubeltrunkenen Finalstück jener legendären sechs «Florentiner Intermedien», die 1589 für eine pompöse Aufführung der Komödie «La pellegrina» am Hof der Medici entstanden. Vor 418 Jahren war das natürlich nur eine rhetorische Frage: Dass die Vermählung des Großherzogs Ferdinando mit Christine von Lothringen, raison d’être der Komposition, Florenz zu neuer Blüte verhelfen würde, verstand sich für die Festgäste, die das Ereignis im Theater der Uffizien feierten, von selbst.
Die allegorischen Texte und die Musik dieser Zwischenaktstücke hatten nur einen Zweck: dem hohen Paar mit Götterfunken zu huldigen. Ob Parzen und Sirenen die Macht der Liebe besingen, ob Apollo die «grausame Bestie» («mostro crudel») Python unschädlich macht oder Jupiter die Sterblichen auf Erden zu Frohsinn und Heiterkeit aufruft – stets geht es um das segensreiche Wirken des Medici-Herrschers. Mythensattes Repräsentationstheater.
Mit einer bloßen Rekonstruktion der historischen Hochzeitsparty wollte man sich am Saarländischen Staatstheater allerdings nicht zufrieden geben, als man das Wagnis einging, die «Florentiner ...
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Mehr als vierzig Opern hat Francesco Cavalli zwischen 1639 und 1673 geschrieben. Er zählte zu den meistaufgeführten Komponisten seiner Zeit. Mit dem Aufkommen der Gesangsoper und des Kultes um die Virtuosenarie verblasste Cavallis Ruhm. Seine noch am Deklamationsstil Monteverdis orientierten Bühnenwerke gerieten gründlich in Vergessenheit – für drei Jahrhunderte....
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Mehr Musiktheater gibt’s auch an manch großem Opernhaus nicht. Zumindest, was das Angebot von (Ko-)Produktionen oder komplett eingekauften Abenden betrifft. Acht sind es derer an der Zahl, mit denen das Festspielhaus Baden-Baden in der Spielzeit 2007/08 aufwartet: sieben Opern (darunter dreimal Wagner und eine konzertante «Sonnambula» mit Cecilia Bartoli und...
