Himmel und Hölle

Die «Florentiner Intermedien» in Saarbrücken

Opernwelt - Logo

Tornerà d’auro il secolo?» – Wird das Goldene Zeitalter wiederkehren?, fragt der Chor im jubeltrunkenen Finalstück jener legendären sechs «Florentiner Intermedien», die 1589 für eine pompöse Aufführung der Komödie «La pellegrina» am Hof der Medici entstanden. Vor 418 Jahren war das natürlich nur eine rhetorische Frage: Dass die Vermählung des Großherzogs Ferdinando mit Christine von Lothringen, raison d’être der Komposition, Florenz zu neuer Blüte verhelfen würde, verstand sich für die Festgäs­te, die das Ereignis im Theater der Uffizien feierten, von selbst.

Die allegorischen Texte und die Musik dieser Zwischenaktstücke hatten nur einen Zweck: dem hohen Paar mit Götterfunken zu huldigen. Ob Parzen und Sirenen die Macht der Liebe besingen, ob Apollo die «grausame Bestie» («mostro crudel») Python unschädlich macht oder Jupiter die Sterblichen auf Erden zu Froh­sinn und Heiterkeit aufruft – stets geht es um das segensreiche Wirken des Medici-Herrschers. Mythensattes Reprä­senta­tionstheater.
Mit einer bloßen Rekonstruktion der historischen Hochzeitsparty wollte man sich am Saarländischen Staatstheater allerdings nicht zufrieden geben, als man das Wagnis einging, die «Florentiner ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Juli 2007
Rubrik: Im Focus, Seite 22
von Albrecht Thiemann

Vergriffen
Weitere Beiträge
Eindringlich, pointiert, ­sinnenfroh

Monteverdi gehört zu den Komponisten, denen sich René Jacobs immer wieder von Neuem stellt. Sein CD-Zyklus der Opern bei Harmonia Mundi France gehört nach wie vor zu den Referenzaufnahmen. «Orfeo» wurde bereits 1993 bei den Salzburger Festspielen mitgeschnitten. Fünf Jahre später hat Jacobs das Werk am Théâtre Royal de la Monnaie in Brüssel in Zusammenarbeit mit...

Berg: Lulu

Die Paris-Episode der Cerha’schen «Lulu»-Komplettierung hielt Joachim Kaiser – wie er in seiner Uraufführungskritik 1979 formulierte – für eine «ziemlich überflüssige und unergiebige Unterbrechung» des Ganzen. Peter Grisebach nimmt in seiner Bremerhavener Produktion von Bergs nachgelassener Oper  diesen Gedanken auf und streicht, neben einigen anderen Kürzungen,...

Macht, Liebe, Eifersucht

Ein täglicher Blick in die Zeitung bringt es an den Tag: Macht, Liebe und Eifersucht sind die Triebkräfte, die die Menschheit in Atem halten. Was Wunder, dass sie seit jeher auch die Künstler umtreiben, von den Epen Homers über die mittelalterlichen Ritter­romane bis hin zur Fantasy-Literatur unserer Tage. Oper und Kino machen keine Ausnahme. Im Gegenteil, beide...