Heute heißt der König Putin
Statt des aus Hexen- und Lady-Motiven montierten «Preludio» springen 15 Magdeburgerinnen im Parkett auf, kapern die Bühne, skandieren «Mädchen sind brav. War ich nicht. Ich war anders». Sie nutzen das Theater, um sich Gehör zu verschaffen, die Gruppe, um in ihr Schutz zu suchen. Der zornige Sprechchor rekapituliert rhythmisch klappernd die Geschichte einer von ihnen: Hochzeit, Kinder, Job, Scheidung, Leben als sexuelles Freiwild, Krebs, Schuldgefühle, Selbsthass, Männerhass. Dann fällt jäh die unheimliche Sturmmusik der ersten Szene mit ihrem gellenden Hexenkichern ein.
Die «Hexen» ziehen sich Pussy-Riot-Masken über. Ein riesiger Moos-Phallus wird auf «vien Macbetto» herabgelassen und zu Verdis Buffa-Chören jauchzend zerhackt: Karneval und Hexensabbat in einem. Wir verstehen. Heute heißt der König Putin.
Und so geht es weiter. Volker Lösch, der seit 2003 im Schauspiel versucht, mittels Feldforschung und Sprechchören Betroffener die Konflikte klassischer Stücke in unserer Welt aufzufinden, inszeniert erstmals Oper. Er behandelt «Macbeth» nicht als Museumsstück, sondern als Material. Er klopft es auf seinen aktuellen Gehalt ab, scheidet Übergänge, Strukturbildendes aus (Preludio, ...
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Opernwelt Januar 2014
Rubrik: Im Focus, Seite 12
von Boris Kehrmann
Seit der Uraufführung in Bremen 1999 ist Detlev Glanerts Kammeroper über den Justizmord an Joseph Süß Oppenheimer, dem Financier des württembergischen Dandy-Herzogs Karl Alexander, mehrfach nachgespielt worden. Zuletzt war das im frühen 18. Jahrhundert angesiedelte, virtuos mit Mustern und Formen der Barockmusik jonglierende Stück in Trier (siehe OW 7/2010) sowie...
ML = Musikalische Leitung
I = Inszenierung
B = Bühnenbild
K = Kostüme
C = Chor
S = Solisten
P = Premiere
AP = A-Premiere
BP = B-Premiere
UA = Uraufführung
WA = Wiederaufnahme
Deutschland
Aachen
Tel. 0241/478 42 44+0180/500 34 64
Fax 0241/478 42 01
www.theater-aachen.de
– Hänsel und Gretel: 3.
– Rusalka: 5., 10., 24.
– Fidelio: 19.
Altenburg
siehe Gera
Annaberg-Buchholz
Tel....
In Interviews aus jüngster Zeit ließ Philippe Jaroussky durchblicken, sein neues Album sei das letzte, das Werke des Kastratenrepertoires in den Mittelpunkt stellt. Für seinen Abgesang hat er freilich noch einmal ein schlüssig konzipiertes Programm zusammengestellt und zwei große Musiker des 18. Jahrhunderts zusammengeführt: Nicola Porpora und Farinelli – Lehrer...
