Von feinster Poesie
Hätte die letzte Spielzeit von Nikolaus Bachler als Intendant der Bayerischen Staatsoper nicht unter dem Signum der Corona-Maßnahmen gestanden, sie wäre wohl tatsächlich seine glanzvollste geworden. Schließlich hatte Bachler, der es so gern glänzend (und manchmal auch einfach nur hochglänzend) liebte, sie als geschichtsbewusste Summe angedacht: einige der bedeutendsten in München uraufgeführten Werke neu zu befragen, bereichert um neue Uraufführungen.
Mit unermüdlicher Energie und einigem Trotz gegen die Politik setzte Bachler denn auch durch, dass am Ende bis auf eine alle stattfinden konnten, aber einige nur im Stream und die meisten auf Biegen und Brechen, indem er zum Beispiel Chor und Orchester des Hauses einem vergleichsweise extremen Corona-Testkonzept unterwarf. Ebenso wie er beim Publikum für seine letzten, wie stets die Spielzeit beendenden Opernfestspiele das in Bayern noch kaum übliche Vorweisen von Impfausweisen an der Theatertür durchsetzte, um «Tristan und Isolde» (OW 8/2021) unter dem Dirigat des ehemaligen Generalmusikdirektors Kirill Petrenko und «Idomeneo» vor wenigstens halbvollem Haus zeigen zu können.
Tatsächlich wäre es schade gewesen, wenn weniger ...
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Opernwelt September/Oktober 2021
Rubrik: Festspiele München, Seite 48
von Michael Stallknecht
Ein Pochen, kurz, lang, kurz, lang, das sich über mehrere Takte hinzieht. Kein rhythmisches Gerüst ist das, zweite Violinen und Bratschen haben da etwas anderes zu sagen. Bedrohung und Ausweglosigkeit, Trauer und Zögern, ein leeres Um-sich-Kreisen, das Voranschreiten eines Trauermarsches, alles fällt hier zusammen. Vorausgesetzt, man dirigiert diese c-Moll-Stelle...
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Natürlich, die Hygieneauflagen sind streng. Wir werden...
