Heimatgefühle
Auch im Bereich des Musiktheaters haben die Feiern zu 100 Jahren Unabhängigkeit in Finnland ihren Niederschlag gefunden. Thematisch passend, gab es beim Opernsommer in Kokkola die finnische Erstaufführung von Giacomo Meyerbeers «L’étoile du nord» (Der Nordstern). Die Sopranistin Anu Komsi, Leiterin der Kompanie, war durch Veijo Murtomäki, Professor für Musikgeschichte, auf das Werk aufmerksam gemacht worden. Als Zimmermann Péters getarnt, lebt Zar Peter der Große in einem Dorf bei Wiborg, wo er sich in Catherine verliebt.
Bevor die beiden einander näherkommen können, lässt sich die junge Frau anstelle ihres frisch vermählten Bruders zum Heer einziehen. Im russischen Feldlager muss sie mitansehen, wie ihr Auserwählter mit anderen Marketenderinnen flirtet. Nachdem sie durch Flucht der Exekution entgangen ist, offenbart Catherine, deren Mutter sie einst mit dem Nordstern verglichen hatte, dem vermeintlichen Handwerker in einem Brief ihre Identität sowie Details zu einem geplanten Aufstand, verliert darüber aber beinahe den Verstand. Erst die vertraute heimatliche Umgebung, die der Zar als Kulisse errichten lässt, und der Gesang der Flöten bringen Catherine zurück ins Leben.
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Opernwelt September/Oktober 2017
Rubrik: Panorama, Seite 67
von Elke Albrecht
Es gibt da dieses Ensemble Ende des ersten Akts von Rossinis «Barbiere di Siviglia» – «Mi par d’esser con la testa» –, in dem die Beteiligten ihrer heillosen Verwirrung und Überforderung Luft machen. Unser aller Gedanken zum Thema Brexit könnte man getrost mit derselben Melodie unterlegen: Was auf die britische Opernszene zukommt, weiß der Himmel. Gewiss ist nur,...
Hundert Jahre Unabhängigkeit Finnlands, 50-jähriges Jubiläum der Wiederbelebung des Festivals, 30 Jahre ausländische Gastspiele – bei Savonlinnan Oopperajuhlat 2017 gab es zureichende Gründe zu feiern. Auch deshalb, weil Jorma Silvasti einerseits dem Prinzip treu geblieben ist, die Opernfestspiele dezidiert als Sprungbrett für den talentierten sängerischen...
Sie haben beide Operngeschichte geschrieben, und beide sind in ihrem Wirken eng mit der Hamburgischen Staatsoper verbunden: Melitta Muszely, Walter Felsensteins legendäre Violetta (Hamburg 1960), und der im Verdi- und Richard-Strauss-Fach weltweit gefeierte Bariton Franz Grundheber. Er begeht am 27. September seinen 80., sie am 13. September ihren 90. Geburtstag.
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