Heimatgefühle
Auch im Bereich des Musiktheaters haben die Feiern zu 100 Jahren Unabhängigkeit in Finnland ihren Niederschlag gefunden. Thematisch passend, gab es beim Opernsommer in Kokkola die finnische Erstaufführung von Giacomo Meyerbeers «L’étoile du nord» (Der Nordstern). Die Sopranistin Anu Komsi, Leiterin der Kompanie, war durch Veijo Murtomäki, Professor für Musikgeschichte, auf das Werk aufmerksam gemacht worden. Als Zimmermann Péters getarnt, lebt Zar Peter der Große in einem Dorf bei Wiborg, wo er sich in Catherine verliebt.
Bevor die beiden einander näherkommen können, lässt sich die junge Frau anstelle ihres frisch vermählten Bruders zum Heer einziehen. Im russischen Feldlager muss sie mitansehen, wie ihr Auserwählter mit anderen Marketenderinnen flirtet. Nachdem sie durch Flucht der Exekution entgangen ist, offenbart Catherine, deren Mutter sie einst mit dem Nordstern verglichen hatte, dem vermeintlichen Handwerker in einem Brief ihre Identität sowie Details zu einem geplanten Aufstand, verliert darüber aber beinahe den Verstand. Erst die vertraute heimatliche Umgebung, die der Zar als Kulisse errichten lässt, und der Gesang der Flöten bringen Catherine zurück ins Leben.
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Opernwelt September/Oktober 2017
Rubrik: Panorama, Seite 67
von Elke Albrecht
Argentinien
Buenos Aires
Teatro Colón
Tel. +54-1-382 23 89
www.teatrocolon.org.ar
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– La traviata: 12., 14., 15., 16., 17., 19., 20. 9.
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Als gewichtige dramaturgische Instanz steht der himmlische Wetterbeauftragte Petrus an den Seebühnen-Spieltagen immer im Zentrum des Bregenzer Interesses. Ein künstlerisch und administrativ allerdings leider nicht befriedigend kontrollierbarer Faktor. So kursierte in den Stunden vor der «Carmen»-Premiere, als sich von Südwesten her drohend Wolkenberge türmten,...
Der Boden schwankt. Da entgleitet etwas. Bereits im ersten Takt von Alban Bergs «Wozzeck» enthüllt die Partitur das Innerste dieser Oper: Zwei Akkorde in den Streichern, durch ein Glissando verbunden, bringen Form und Inhalt auf den Punkt. «Er macht mir ganz schwindlich», grantelt der Hauptmann wenig später zu Wozzeck, und genau diesen schwindelerregenden Wahn...
