Gruselkabinett: Dominik Köninger (Pelléas), Samuli Taskinen (Ein Arzt), Jens Larsen (Arkel), Nadine Weissmann (Geneviève), Günter Papendell (Golaud), Nadja Mchantaf (Mélisande); Foto: Joachim Fieguth
Heilige Familie
Die herbstliche Sexismusdebatte hat es wieder einmal und leider sehr drastisch ans Tageslicht gezerrt: Die jahrtausendealte patriarchale Machtstruktur scheint ungebrochen, die Neigung, Macht zu missbrauchen, schier unausweichlich. Von Liebe wenig Spuren, stattdessen ein Bewusstsein, das die Frau herabwürdigt zum Objekt unkontrollierter Begierde. Männer und wahre Liebe, das erscheint (anders als Männer und die Ware Liebe) als kaum geglückte Versuchsanordnung.
Den vielleicht scharfsinnigsten Satz zu diesem Thema hat Sigmund Freud in unser Gedächtnis eingestanzt: Wo Männer lieben, begehren sie nicht. Wo sie begehren, lieben sie nicht.
Als wollte Maurice Maeterlinck diese These beglaubigen, hat er für sein symbolistisches Schauspiel «Pelléas et Mélisande» zwei Figuren ersonnen, die für jeweils eine der beiden Möglichkeiten stehen: Golaud begehrt Mélisande, aber er liebt sie nicht. Bei Pelléas ist es umgekehrt; sein Begehren ist flüchtig, die Liebe hingegen unermesslich.
Debussys Oper, die nach Ansicht Jordan de Souzas, des 1. Kapellmeisters der Komischen Oper Berlin, eigentlich eine Anti-Oper ist, wie er im Programmheft proklamiert (durch sein vehement expressionistisches Dirigat ...
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Opernwelt Dezember 2017
Rubrik: Panorama, Seite 39
von Jürgen Otten
JUBILARE
Jiří Kout wurde 1937 in Novedvory bei Prag geboren. Er studierte am dortigen Konservatorium Orgel und Orchesterleitung, gewann die Internationalen Dirigentenwettbewerbe von Besançon (1965) und Brüssel (1969). Danach war er zunächst an der Pilsener Oper tätig, ehe er 1969 als Kapellmeister ans Nationaltheater nach Prag ging. Mit dem Orchester unternahm er...
58. Jahrgang, Nr 12
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Andrea Kaiser...
Als sich Max und Agathe im Finale zusammen davonmachen (aus dem von Ottokar verlangten Probejahr wird nichts), fügen sich die rotbemalten Höllenwesen, die die Programmhefte bei sich tragen, in das Gotteslob ein. Eine Last-Minute-Kuriosität in einer Inszenierung, die bis hierhin brav auf dem Pfad der Buchstäblichkeit geblieben war. Es fehlt an nichts: Nach dem...
