Harte Zeiten

Das Rossini Opera Festival in Pesaro

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Die Fans kamen zu Tausenden, wie jedes Jahr. Mehr als die Hälfte reiste aus dem Ausland an; bis nach Japan oder Neuseeland ist der Lockruf des Rossini Opera Festivals in Pesaro inzwischen vorgedrungen. Und doch stand die 32. Saison in der Geburtsstadt des Komponisten unter keinem guten Stern. Im Zuge politisch erzwungener Sparauflagen waren die Künstlergagen um 30 Prozent gekürzt, die Probenzeiten erheblich reduziert worden.

Vorbei die Zeiten, als kritische Werkausgaben auf der Bühne «enthüllt» wurden, die besten Rossini-Sänger sich die Klinke in die Hand gaben und Intendant Gianfranco Mariotti sowie der Künstlerische Leiter Alberto Zedda den Ehrgeiz hatten, das Programm nicht zuletzt mit markanten Regiehandschriften zu würzen.

Nur wenig war von diesem Geist beim Festival 2011 zu spüren: Während Graham Vick die Hauptfigur in «Mosè in Egitto» als Terrorfürst auftreten ließ und statt des Roten Meeres die Grenzmauer zum Gazastreifen zeigte (was ihm den Zorn des Oberrabbiners von Rom und auch sonst heftige Kritik eintrug), zitierte Pier’Alli in seiner Einrichtung von «Adelaide di Borgogna» alle möglichen Zeiten und Stile, wobei er ironisch auf das Risorgimento anspielte und jede Menge ...

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Opernwelt November 2011
Rubrik: Magazin, Seite 74
von Carlo Vitali

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