Buch zum Notebook
Prinzipien haben sie an der Opéra national du Rhin. Eine Uraufführung pro Spielzeit soll es sein und mit ihr ein Beitrag zum «Musica»-Festival. Diesmal ging der Auftrag an Philippe Manoury, Jahrgang 1952. Er tat sich mit dem Librettisten Jean-Pierre Milovanoff zusammen. Heraus kam «La Nuit de Gutenberg», ein Werk, das in der Geschichte Straßburgs verankert ist. Denn hier wurde die Buchdruckerkunst erfunden. Eine Historienoper sollte es nicht werden, eine biografische auch nicht.
Darum fragen wir uns anfangs auch: Ist er’s nun? Oder doch nicht? Denn: Er halte sich für Gutenberg, sagt der Komponist, der ältere Herr im langen Mantel, der aussieht wie Rasputin und vorgibt, durch eine Großstadt – wohl Straßburg – zu wandern. Im Grunde müht er sich durch die Jahrtausende. Wir erspähen ihn bereits bei den Sumerern mit ihren Tafeln voller Keilschriftzeichen, und es dauert nicht lange, bis er im Internetcafé auftaucht.
Die Autoren entwarfen eine Art philosophisch-medienkritische Revue, die Segen und Fluch der Erfindung Gutenbergs zu umreißen sucht, Reflexionsoper eher denn Aktionsoper: in einer Stunde und vier Minuten gewiss ein zum Scheitern verurteiltes Unterfangen; aber auch griffige ...
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Opernwelt November 2011
Rubrik: Panorama, Seite 53
von Heinz W. Koch
Gerade mal zehn Jahre gibt es das Festival Pergolesi Spontini in Jesi und Umgebung. Kurz zuvor war eine gleichnamige Stiftung gegründet worden, um das Werk von Giovanni Battista Pergolesi und Gaspare Spontini zu befördern. Jährlicher Höhepunkt der Aktivitäten sollte das Festival mit professionell produzierten Aufführungen von Stücken des 1710 in Jesi geborenen und...
Dieses Heft berichtet, unter anderem, vom Spielzeitauftakt zwischen Berlin, London und New York. Und es schließt – das freut uns, war aber nicht vorherzusehen – an viele Aspekte an, die im Jahrbuch «Oper 2011» dominierten. Zunächst setzt sich einfach eine Tendenz fort: Köln und Frankfurt, derzeit die mutigsten und ideenreichsten Opernhäuser in Deutschland, wagen...
Kurz vor dem Ernstfall musste die Trophäenschau helfen. Waltraud Meier und Johan Botha erschienen leibhaftig bei der Pressekonferenz der Bayerischen Staatsoper in Tokio. Als Beweise, als Signal: Ja, die Stars sind tatsächlich da. Ganz so einfach ist es nämlich nicht mehr mit den Japan-Gastspielen westlicher Renommierhäuser. Karten werden zwar gekauft, die...
