Große Dirigenten im heiteren Genre
Bevor er sich Ende der 60er-Jahre ganz von der Oper abwandte, war Carlo Maria Giulini nicht nur ein Experte in Sachen Mozart und Verdi, sondern unzweifelhaft auch der beste Rossini-Dirigent seiner Zeit. Dennoch hat er dessen Hauptwerk, «Il barbiere di Siviglia» nie im Studio aufgenommen. Es existieren allerdings Mitschnitte einer italienischen Fernsehproduktion von 1954 und der legendären Scala-Aufführung mit Maria Callas von 1956, die jetzt durch eine BBC-Aufzeichnung aus der Londoner Covent Garden Opera von 1960 ergänzt werden.
Sie ist den beiden früheren Dokumenten in künstlerischer wie klangtechnischer Hinsicht noch überlegen und aus meiner Sicht die beste Live-Aufnahme des Werkes überhaupt. Das liegt vor allem an Giulinis unerbittlichem Präzisionswillen. Rossini verträgt keinen Schlendrian.
Ob die Inszenierung von Maurice Sarrazin tatsächlich so witzig war, wie es die Publikumsreaktionen nahelegen, lässt sich nicht überprüfen. Das Gelächter der Zuschauer bringt das Haus bisweilen zum Erzittern und wirkt auch auf den Hörer der CD ansteckend. Das Erstaunliche ist aber, dass diese Turbulenzen der musikalischen Genauigkeit keinen Abbruch tun, weil Giulini den Sängern, die ihre ...
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Opernwelt August 2012
Rubrik: Medien, CDs und DVDs, Bücher, Seite 28
von Ekkehard Pluta
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Man reibt sich die Augen, wenn man Antonio Ghislanzonis Libretto «Salvator Rosa» (1874) liest. Die Revolutionsgeschichte des historisch beglaubigten Malers Salvator Rosa, den es 1647 in den neapolitanischen Fischeraufstand unter Masaniello verschlägt (siehe «Die Stumme von Portici»), beginnt wie «Tosca», ähnelt dann eine Zeit lang Verdis «Don Carlo»...
Antonín Dvorák durchlebte in seinen drei überaus erfolgreichen und fruchtbaren Jahren in Amerika auch eine Phase der Depression, die auf finanzielle Sorgen (infolge einer Wirtschaftskrise blieben seine Honorare aus) und Todesfälle im Freundes- und Familienkreis zurückzuführen war. Hinzu kamen Anfälle von Heimweh. Dies alles veranlasste den gläubigen Komponisten,...
