Grober Unfug

Strauss: Ariadne auf Naxos
Aachen | Theater

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«Ariadne auf Naxos», jene «kleine Zwischenarbeit» des Erfolgsduos Richard Strauss und Hugo von Hofmannsthal nach dem «Rosenkavalier» und vor der «Frau ohne Schatten», hat es in sich. Denn im Grunde handelt sie in der Theater-auf-dem-Theater-Situation von genau jenem Problem, mit dem jeder Regisseur des Werks ganz real zu ringen hat: der Gleichzeitigkeit von ernster Oper und Buffa-Heiterkeit. Zumal dem heiklen Spiel mit Brechungen qua Rahmenhandlung eine weitere Ebene eingezogen ist. Gefragt sind Geschmack, klare Gewichtung sowie sicheres Gespür für ironische Zwischentöne.

Kein Regiebeil.

Joan Anton Rechi enttäuscht mit seiner krachledernen Aachener Deutung umso mehr, als er kürzlich in Duisburg eine klug durchdachte, feinsinnig mit den Klischees spielende «Madama Butterfly» inszeniert hat. Stur beharrt er auf der deftigen Buffa, in der gefühlt alle drei Sekunden die fünf Türen von Alfons Flores’ dreieckigem Einheitsbühnenraum – eine Art Vorzimmer anscheinend – klappern, Damenröcke in Herren-Hosen-Reißverschlüssen klemmen und die Auftritte der Ariadne, der Nymphen und des Bacchus nur platteste Parodie bereithalten.

Dabei fängt der Abend gut, mit kritischen Untertönen an: Der ...

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Opernwelt Juli 2017
Rubrik: Panorama, Seite 34
von Regine Müller

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