Grauer Wahn
Christof Loy steht für psychologisch gewitzte Inszenierungen, hochpräzise Personenregie und eine strenge Diät der Mittel. Für seine demonstrative Pracht-Verweigerung musste der vielfach ausgezeichnete, zweimal (2003, 2008) von «Opernwelt» zum «Regisseur des Jahres» gekürte Regisseur, durchaus hin und wieder Proteste verkraften.
Nun hat er sich am Grand Théâtre de Genève an Verdis spröden «Macbeth» gewagt.
Ein Risiko? Intendant Tobias Richter, der Loy an der Deutschen Oper am Rhein seine ersten großen und überregional beachteten Erfolge ermöglichte, hält die ästhetische Toleranz des Genfer Publikums für begrenzt. «Sie wollen hier kulinarische Oper. Keine großen Experimente, das Publikum ist sehr satt.» Es ist bereits Loys vierte Regiearbeit in Genf, seit Tobias Richter 2009 dort die Intendanz übernahm. Die Existenzsorgen, die vielen Kollegen im deutschen Stadttheatersystem das Leben schwer machen, sind für Richter in der reichen Bankenstadt noch kein brennendes Thema. Aber Kürzungen gab es auch hier, und: «Wir werden sehr genau kontrolliert.» Größere Flops kann man sich nicht leisten. Loy verblüfft in seiner Inszenierung mit einer fein austarierten Synthese aus Opulenz und Reduktion ...
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Opernwelt August 2012
Rubrik: Im Focus, Seite 10
von Regine Müller
Telemanns deutsches Singspiel «Sieg der Schönheit» wurde 1722 für die Hamburger Oper am Gänsemarkt geschrieben und gehört zu den acht überlieferten Partituren seiner mehr als 40 nachgewiesenen Opern. Hintergrund des grotesk-komischen Liebesverwirrspiels ist die Eroberung Roms durch die Vandalen im Jahr 455. Fast alle männlichen Römer werden getötet, und der Vandale...
Bei Premierendaten Angabe der Namen in folgender Reihenfolge:
Musikalische Leitung, Inszenierung, Bühnenbild u. Kostüme - Solisten
AP = A-Premiere
BP = B-Premiere
Mat. = Matinee
N. = Nachmittagsvorstellung
Deutschland
Aachen
Kurpark Classix
Tel. 0241/478 42 44, 0180/500 34 64
Fax 0241/478 42 01
• Opernkonzert (Abdullah): 24.
• 1. Familienkonzert (Halász): 26. (Mat.)
•...
Schwarz ist Achim Freyers Welttheaterbühne, und schwarz sind die allegorischen Menschenwesen, die er im Schiller Theater, dem Ausweichquartier der Berliner Staatsoper, versammelt hat. Lebende Schachfiguren, die auf schräger Ebene Schicksal spielen. Es geht, wie (fast) immer bei diesem Kunstpriester mit der staunenden Kinderseele, um letzte Dinge: Himmel und Hölle,...
