Gott, allein zu Haus
Alceste, mon amour. Alceste, mio amore. Alkeste, meine Liebe. In welcher Sprache sie auch besungen wird: Wer an diese Frau denkt, muss unweigerlich ans «Fidelio»-Ende denken. Wer ein holdes Weib errungen, stimme in den Jubel ein. Bei Alkestis, der Königin, wie sie bei Euripides erscheint, ist es allerdings eher eine nach innen gewendete Freude, ein Sich-Verneigen vor dem, was sie tut. Alkestis geht in den Tod, um ein anderes Leben zu retten: das ihres Gatten Admetos. Der Fall ist singulär. Und er ist diametral zu sehen zur Causa Medea.
Medea, von ihrem Gatten verraten und betrogen, bringt ihre Kinder um. Alkestis bringt sich um, vor den Augen ihrer Kinder.
Ein mythischer Stoff mithin, der an- und aufregt, der Affekte, Assoziationen und Allusionen freilegt. Und in der Tat haben unzählige Dichter, Dramatiker und Komponisten sich der Geschichte angenommen. Wie viele es in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts allein in Frankreich waren, das erhellte der Vortrag von Herbert Schneider im Rahmen des dreitägigen Symposiums, das, wie schon vor drei Jahren, die Internationalen Gluck-Opern-Festspiele im Staatstheater Nürnberg flankierte, diesmal unter dem Thema «Gluck auf dem Theater». ...
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