Goldene Mitte
Frau Te Kanawa, Sie waren eine der begehrtesten Sängerinnen der Achtziger- und Neunzigerjahre. Sie hätten allen Grund, in Ihre eigene Stimme «verliebt» zu sein. Sind Sie es?
Ach, dafür war es zu viel Arbeit. Ich musste mich immer zu sehr um meine Technik kümmern. Das war entscheidend für alles andere. Ich denke schon, dass man ein positives, emotionales Verhältnis zur eigenen Stimme braucht. Aber Liebe? Das muss ich dem Publikum überlassen.
Ihre Mutter war Irin, Ihr Vater Maori.
Welchen Effekt hatte diese Mischung auf Ihr Temperament?
Mein Vater war sehr sanft und liebenswürdig. Immer sehr gut gekleidet. Ein Gentleman. Bei meiner Mutter dagegen sprühten die Funken. Er war ruhig, sie nicht so. Zwischen diesen Gegensätzen habe ich eigentlich die Mitte eingenommen. Auch später als Sängerin. Ich war kein Vulkan. Aber auch keine Schlaftablette.
Außerdem waren Sie die erste bedeutende Sängerin Neuseelands – nachdem aus Australien bereits Nellie Melba und Joan Sutherland gekommen waren.
Ganz früher gab es schon eine unglaublich gute Sängerin, deren Name mir aber, ich muss es zugeben, nicht mehr einfällt. Sie kam bis zum hohen E. Dafür habe ich sie bewundert und beneidet. Ein ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt September/Oktober 2013
Rubrik: Interview, Seite 40
von Kai Luehrs-Kaiser
Glanz und Elend Bayreuths sind beispielhaft an den zwei letzten Wiederaufnahmen abzulesen: auf der einen Seite «Tannhäuser», der schon 2011 ein Debakel war und leider noch verschlimmbessert wurde; auf der anderen Seite «Lohengrin», der auch in seiner vierten Saison faszinierend, vielsagend, sehens- und hörenswert, rundherum festspielwürdig ist. Schade, dass...
Viel Freude kommt nicht auf, wenn man die vergangene Saison der Moskauer Musiktheater Revue passieren lässt. Vor allem deren Flaggschiff, das Bolschoi Theater, machte mehr mit Skandalen als mit spektakulären Aufführungen auf sich aufmerksam. Das Säure-Attentat auf Ballettdirektor Sergei Filin, das der Solotänzer Pavel Dmitritchenko in Auftrag gegeben haben soll,...
Jubilare
Den deutsch-spanischen Dirigenten Rafael Frühbeck de Burgos, der sich insbesondere mit romantischem Repertoire einen Namen gemacht hat, führte seine Laufbahn nach Bilbao, Madrid, Wien und Düsseldorf, bevor er nach Berlin kam. 1992 wurde er Generalmusikdirektor der Deutschen Oper (bis 1997), 1994 übernahm er zusätzlich die Künstlerische Leitung des...
