Götzendämmerung in der Wüste
Darauf war man gespannt: wie Nigel Lowery, kaum dass «Katrina» abgeklungen war, «seinen» Hurrikan auf Mahagonny zurasen lässt. Dass seine Arbeit an «Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny» bereits fortgeschritten war, als die Jahrhunderttragödie über New Orleans hereinbrach – gewiss. Dass ihm – vor lauter Schreck? – außer einer sich ängstlich zusammenrottenden und ärgerlich schlecht geführten «Menge» in albernen Regenhäuten nicht eine zündende Idee eingefallen ist, mutet dennoch enttäuschend an.
Lowery, der Regisseur und Ausstatter, ist acht Jahre nach seinem skandalträchtigen «Hänsel und Gretel»-Überfall Basels anhänglichster Opernunruhestifter. Und auch diesmal lässt er sich, wiewohl so brav wie lange nicht, in puncto Überraschungen nicht lumpen, sobald erst mal auf einer Leinwand eine mannshohe Ratte dem Unwesen ihrer Artgenossen zwischen den Wolkenkratzern präludiert und das Sündenbabelgründungstrio sich in silbrigem Astronauten-Outfit durch den Bühnenboden wie auf den Mond heraufgearbeitet hatte. Dort bewegt es sich fortan in Arztkitteln. Indes, der Mond ist schon bewohnt, eine (Platten-)Baustelle, deren monitorreiche Schaltzentrale bald angeworfen ist.
Natürlich, es setzt ...
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