Breslau leuchtet
Das von Carl Ferdinand Langhans entworfene, 1841 eröffnete Opernhaus der schlesischen Metropole wurde nach mehr als achtjähriger Um- und Ausbaupause mit einer Neuinszenierung der polnischen Nationaloper «Halka» wiedereröffnet. Zum Neuanfang präsentierte sich die Breslauer Oper im geschmackvoll wiederhergestellten Glanz ihrer Entstehungszeit. Obwohl die neue Spielzeit erst im kommenden Januar beginnen wird, wählte man das geschichtsträchtige Datum vom 8.
September 2005 für die Wiedereröffnung – um der Tatsache zu gedenken, dass 1945 bereits wenige Monate nach Kriegsende ein polnisches Ensemble in der nunmehr Wroclaw genannten Stadt mit «Halka» den Betrieb aufnahm, wenn auch damals noch mit einem deutschen Orchester und einem deutschen Ballett. Die aktuelle Premiere sorgte auch jenseits des neuen, alten Gebäudes für Gesprächsstoff: Zum ersten Mal in Polen versuchte man, die Handlung des Stücks einem heutigen Publikum dadurch näher zu bringen, dass das Geschehen nicht in polnische Folklore eingebettet, sondern in die Jetztzeit übertragen wurde, was zu einer hitzigen Kontroverse führte. Das Theater ist wieder in der Diskussion und im allgemeinen Bewusstsein der Stadt.
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