Götter und Menschen

Das Monteverdi-Festival in Cremona holt Cavallis «Le nozze di Teti e Peleo» nach 400 Jahren aus der Schatztruhe und huldigt dem Namensgeber der Festspiele mit einer Neuproduktion seiner Oper «L’incoronazione di Poppea»

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Barockopern liegen nicht einfach so herum, und nicht jeder findige Geist, der ein Stück in den Archiven entdeckt, kann es mal eben flugs auf irgendeine Bühne bringen. Umso erstaunlicher ist die Tatsache, dass ausgerechnet Francesco Cavallis erstes Bühnenwerk «Le nozze di Teti e Peleo» bislang keine szenische Umsetzung erfuhr, obwohl doch die Aufführungsgeschichte dieser Oper, die 1639 am Teatro San Cassiano in Venedig herauskam, mehr als ausreichend dokumentiert ist. Es gibt ein gedrucktes Textbuch und eine Partitur, beides liegt, frei verfügbar, in der Biblioteca Nazionale Marciana.

Mit dem 113-blättrigen Manuskript konfrontiert, fingen für Antonio Greco die Schwierigkeiten jedoch erst an. Der Cembalist und Dirigent leitete die Erstaufführung der Oper in unserer Zeit beim diesjährigen Monteverdi Festival in Cremona. Die Partitur liefert nur einen rudimentären Eindruck von dem Stück – was nicht daran liegt, dass das Manuskript schlecht erhalten wäre, sondern an seinem Zweck. Es war wahrscheinlich für einen Continuo-Spieler bestimmt und zeigt nur eine Basslinie sowie die Gesangsstimme, und das selbst dort, wo der Komponist Orchesterritornelle vorgesehen hat. Daraus resultiert eine ...

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Opernwelt September/Oktober 2026
Rubrik: Im Focus, Seite 36
von Richard Lorber

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