Wenn der Gefühlsdieb zweimal klingelt

Das Festival Rossini in Wildbad beschert dem Publikum zwei gekonnte Produktionen: «L’occasione fa il ladro» und «La gazza ladra»

Opernwelt - Logo

Vor exakt 170 Jahren weilte Gioacchino Rossini in Bad Wildbad zur Rekreation, seit 1989 betreibt der ehemals mondäne Kurort ihm zu Ehren ein internationales Opernfestival.

Mit der Burletta per musica «L’occasione fa il ladro» und dem Melodramma «La gazza ladra» sind dem regieführenden Intendanten Jochen Schönleber heuer zwei schlüssige Inszenierungen gelungen; besonders erfreulich war dabei die Tatsache, dass die «Diebische Elster» endlich wieder im historischen Kursaal aufgeführt werden konnte, der dank einer richtungsweisenden Initiative von Baden-Württembergs vormaligem Kulturstaatssekretär nach 15 Jahren Unterbrechung erneut zu den Spielstätten der Rossini-Festspiele Bad Wildbad zählt.

Was war dieser Rossini doch für ein Pfundskerl! Mit gerade einmal 20 hatte er schon acht Opern komponiert und bereits zuvor, im Alter von 12 Jahren, ein Streichquartett der besonderen Art verfasst – ohne Viola, dafür mit Kontrabass. Den handhabte er in etwa so, als ob er ein Bassbuffo wäre, so einer wie der umtriebige Don Parmenione in «L’occasione fa il ladro». Mit diesem Werk wurde das Festival diesmal eröffnet. Die titelgebende Gelegenheit zum Diebstahl ergibt sich darin aus Zufall, als in ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt September/Oktober 2026
Rubrik: Im Focus, Seite 30
von Jörg Riedlbauer

Weitere Beiträge
Gesamtkunstwerk

Unter drei, vier Minuten ging es nicht. Und manchmal dauerte es noch länger, bis sich das Publikum beruhigt hatte. Nach Don Giovannis «Champagner-Arie» passierte das regelmäßig, besonders aber nach dem großen Monolog eines verzweifelten Königs. Unvergessen, wie Ruggero Raimondi einst in den Resten von Otto Schenks Münchner Inszenierung von Verdis «Don Carlo» im...

Spielpläne 9/26

ML = Musikalische Leitung I = Inszenierung B = Bühnenbild K = Kostüme C = Chor S = Solisten P = Premiere UA = Uraufführung 

DEUTSCHLAND

Aachen Theater Aachen
www.theateraachen.de 
– Verdi, Don Carlo: 10. (P), 15., 30.10. ML: Török, I+B: Tzavara, K: Hiller, S: Barberi, Rojas, Ruvalcaba, Bell, Lawreszuk, Akbari, Popova, Franssen – Donizetti, L’elisir d’amore: 25.10.

...

Das Unsagbare und das Unaussprechliche

Die Frage, was Musik ist, in ihrer klanglichen wie semantischen und semiotischen Bedeutung, hat nicht nur etliche Komponisten und nachschöpferische Interpreten immer wieder beschäftigt, sondern im besonderen Maß (und mit besonderem Blick auf die geheimnisvolle Aura dieser Kunstform) auch jene (Musik-)Philosophen, denen sie am Herzen lag. Die vielleicht konziseste...