Gluck: Iphigénie en Tauride
Ivor Bolton hat vor allem als Barockspezialist Karriere gemacht – an Orgel und Cembalo sowie am Dirigentenpult. Seine Interpretationen zeichnen sich heute durch einen eminent persönlichen Stil aus. Er ist weit davon entfernt, bloß die jüngsten Erkenntnisse der historischen Aufführungspraxis zu exekutieren. Glucks «Iphigénie en Tauride» hat Bolton schon oft dirigiert (etwa in Salzburg und Glyndebourne) und dabei mehrmals mit Susan Graham in der Titelrolle zusammengearbeitet.
Nun ist er mit dem Stück nach längerer Pause ans Royal Opera House zurückgekehrt – auf Wunsch von Musikchef Antonio Pappano, dem eine Aufführung mit «alten» Instrumenten vorschwebte. So trat Bolton in London für Gluck mit dem Orchestra of the Age of Enlightenment an (während er das vorklassische Repertoire in München meist mit einem «normalen» Opernorchester einstudierte: dem Orchester der Bayerischen Staatsoper).
Boltons solides, inspirierendes Dirigat entpuppte sich als Highlight einer Produktion, in der Susan Graham und Simon Keenlyside (zumindest am Premierenabend) eigentümlich distanziert wirkten. Keenlyside sang die Partie des Orest farblos, ohne dramatischen Impetus und Tiefgang. Graham war als ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Er kam, strahlte und siegte», schrieb die «Frankfurter Rundschau» im Juli 2006. Die Rede ist von dem neuen Osnabrücker Intendanten Holger Schultze, der seit seinem Amtsantritt im September 2005 ein wahres Theaterfieber entfacht hat. Osnabrück, am Rand des Teutoburger Waldes im südwestlichen Zipfel Niedersachsens gelegen, gehört zu den kulturellen Mauerblümchen...
Chefsache: Intendant Matthias Fontheim stellte sich in Mainz als Opernregisseur vor. Generalmusikdirektorin Catherine Rückwardt erfüllte sich, dem Orchester und dem Publikum mit Strauss' «Rosenkavalier» einen Wunsch. Ihre Mutter, die Sopranistin Judith Beckmann, zählte in den achtziger Jahren zu den gesuchten Interpretinnen der Marschallin. Es gibt also, wenn man...
Die Inszenierung von Giorgio Battistellis «Prova d’orchestra» am Stadttheater Bern stellt bereits die siebte Neuproduktion dieses mittlerweile zwölf Jahre alten Werks dar. Weitere sind geplant. Was macht das Stück derart populär? Ist es Fellinis bildmächtiger Film aus dem Jahr 1978 oder die oft illustrative Zugänglichkeit von Battistellis Musik? Für den neuen...
