Puccini: La Bohème
Così fan tutte – so machen’s alle. Nicht aber in Bonn im Falle von Puccinis «La Bohème», einer Oper, der man sich aufgrund vieler klischeehafter Aufführungen eigentlich mit Vorbehalten zu nähern pflegt. Bei Dietrich Hilsdorf jedoch, einem vor Ort seit vielen Jahren vertrauten Regisseur (wenn auch leider nicht mehr im Schauspiel), dürfen Erwartungen an eine inspirierte, berührende Inszenierung hoch angesetzt werden. Für diesmal soll aber zuerst der Dirigent Erich Wächter genannt sein, seinerseits regelmäßiger Gast in Bonn.
Bei «La Bohème» erweist er sich als Klangmagier, schöpft die reiche Puccini-Palette mit ihren Stimmungen und dynamischen Schattierungen voll aus. Das Beethoven-Orchester wirkt inspiriert wie selten.
Dass das «schöne» Leben der Protagonisten von Henri Murgers Roman und der Oper immer auch ein «schreckliches» ist, lässt die Inszenierung immer wieder deutlich werden. In großen Umrissen hält sich der Regisseur zwar an bekannte Bildlösungen, reichert sie jedoch mit vielen kleinen Episoden, humoristischen Lichtmarken und pittoresken Nebenschauplätzen an. In diesem Ambiente (vage lokalisiert im Paris der Zeit nach 1945 – so jedenfalls ist das groß dimensionierte ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Dass skandinavische Wagner-Stimmen die besten seien, ist ein Klischee. Oder? Zum Abschluss der Stockholmer «Ring»-Tetralogie mit «Götterdämmerung» (alias «Ragnarök») glaubt sich der Zugereiste in einen Jungbrunnen kraftschöpfender, so charaktervoller wie textverständlicher Wagner-Virtuosen versetzt.
Das liegt auch daran, dass Dirigent Gregor Bühl für die naturhaft...
Paul McCreesh gab anlässlich seiner Einspielung von «Paride ed Elena» jüngst der Hoffnung Ausdruck, Gluck möge in zehn Jahren so beliebt sein wie Händel heute. Tatsächlich erlebt der Opernreformator auf Bühnen, Symposien und CD wieder einmal ein Hoch in seiner höchst wechselhaften Konjunkturkurve. Da passt es zum Trend, dass sich Alexander Stoehr und die Neue...
Manchmal verdanken sich Entscheidungen, die eine ganze Branche umkrempeln, sehr banalen Umständen. Als der niederländische Elektronikriese Philips und sein japanischer Konkurrent Sony Anfang der achtziger Jahre die Entwicklung digitalisierter Aufnahme- und Wiedergabeverfahren so weit vorangetrieben hatten, dass sie kurz vor der Marktreife standen, gab es noch ein...
