Glanz und Elend eines Bauherrn
München hat eine neue Opernformel: Under construction. Staatsopernintendant Nikolaus Bachler gab für seine ersten Festspiele eine Devise aus, die bis in die neue «Lohengrin»-Inszenierung hinüberschwappte. Sie will nach Auskunft des Hauses die schlichte Tatsache als Idee verbreiten, «dass die Kunstform Oper beständig dem Wandel unterworfen ist und immer neu befragt werden muss, also ihrem Wesen nach mit jeder Inszenierung, jeder Aufführung ‹under construction› ist».
Ein eigens errichtetes Zelt auf dem Marstallplatz direkt hinter dem Staatsoperngebäude war zehn Tage lang der Ort für, wie es offiziell hieß, «eine Vielzahl diskursiver und performativer Veranstaltungen».
Bachlers Ehrgeiz ist auch bei seinen ersten Opernfestspielen ersichtlich: Ein Festival als Großevent soll es sein, womit der ehemalige Wiener Burgtheaterchef mit den umliegenden Luxusfestivals zumindest in der Ausstrahlung gleichziehen möchte. Zum ersten Mal wurde eine Festspielpremiere live auf den Münchner Opernplatz übertragen, derweil im National-
theater die illustren Premierengäste aus Politik, Wirtschaft und Medien den gewünschten Glanz verbreiteten.
Gleich zwei Opernpremieren im Abstand von zwei Tagen bestätigten ...
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