Geheimnislos
Leoš Janáček hat es den Regisseuren seiner Bühnenwerke wahrlich nicht leicht gemacht. Da verschlägt es einen gewissen Herr Brouček mal eben auf den Mond oder es wechselt die Hauptfigur, wie in der «Sache Makropulos», permanent ihren Namen (und die Jahrhunderte gleich dazu).
Die größte Herausforderung jedoch stellt «Das schlaue Füchslein» dar: Hier sieht die Partitur ein Figurenensemble vor, dem «Dachs», «Dackel», «Heuschrecke» und eine «Schopfhenne» angehören (um nur einige zu nennen) sowie die Titelheldin, die spricht und singt, liebt und leidet – und zuletzt sterben muss. Vordergründig erzählt diese Tierfabel-Oper von den Abenteuern der vom Förster eingefangenen Füchsin Schlaukopf, die am Försterhaus aufwächst, dann aber entflieht und bei ihren Begegnungen in der Wald- und Menschenwelt ganz nebenbei mit den großen Fragen des ewigen Lebenskreislaufs in Berührung kommt. Wie aber realisiert man das auf der Bühne?
In Chemnitz dergestalt, dass alles Parabelhafte ausgeklammert wird. In ihren zweiten gemeinsamen Arbeit am Haus machen Regisseur Joan Anton Rechi und sein Ausstatter Sebastian Ellrich aus der jungen Füchsin eine hospitalisierte Heranwachsende (Marie Hänsel) im rosa ...
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Opernwelt Januar 2023
Rubrik: Panorama, Seite 31
von Werner Kopfmüller
Frau Rutigliano und Frau Mendrala, wo sind Sie und Ihre Kinder gerade?
Julia Rutigliano: Ich probe gerade in Schwerin. Mein Sohn ist bei meiner Mutter in München.
Annika Mendrala: Auf dem Weg nach Bern, da leite ich den Studiengang CAS Singstimme. Dann sind gleich wieder Proben für ein Konzert in Hamburg, wo ich auch lebe. Die Kinder sind bei meinem Mann und den...
Alles ist anders. Kein Zimmer des Hauptmanns, kein rasierender Wozzeck, kein Spiegel. Auch nicht das Streicher-Glissando und die kecke Oboe, mit denen Alban Berg seine Jahrhundertoper einleitet. Stattdessen erklingt der erste Teil des berühmten letzten Orchester-Zwischenspiels, das der Komponist als Requiem auf seine Titelfigur verfasst hat. Der Freiburger...
Unter der Leitung von Francesco Micheli hat sich das Donizetti Opera Festival zu einem der interessantesten Opernfestspiele Italiens entwickelt. Gerade programmatisch fällt dem Intendanten jedes Jahr etwas Neues ein. Diesmal waren es – neben dem Schlager «La favorite» zur Eröffnung – mit «Chiara e Serafina» und «L’aio nell’imbarazzo» zwei Werke des Namensgebers,...
