Alles dreht sich

Berg: Wozzeck im Theater Freiburg

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Alles ist anders. Kein Zimmer des Hauptmanns, kein rasierender Wozzeck, kein Spiegel. Auch nicht das Streicher-Glissando und die kecke Oboe, mit denen Alban Berg seine Jahrhundertoper einleitet. Stattdessen erklingt der erste Teil des berühmten letzten Orchester-Zwischenspiels, das der Komponist als Requiem auf seine Titelfigur verfasst hat. Der Freiburger «Wozzeck» beginnt ebenso unorthodox wie selbstbewusst. Doch nicht als Korrektur an Bergs Dramaturgie will der neue Generalmusikdirektor André de Ridder den Einstieg verstanden wissen.

Für ihn ist es eher ein «Eingriff , wie ein filmischer Schnitt». Man könnte auch salopp sagen: ein Vorspann. 

Denn in der Tat beginnt der Opernabend mit einer Drehung – mit einer Hinwendung zum Stück: Das Philharmonische Orchester sitzt auf der Drehbühne, einer riesigen, gestaffelten Gerüstkonstruktion, als klingende, raumfüllende (Berg-)Landschaft. Regisseur Marco Štorman, Bühnenbildner Demian Wohler und Josa Marx (Kostüme) machen es zum visuellen Zentrum des Abends, das aber auch um 180 Grad gedreht zur Hinterbühne gewendet sein kann. Wie eben am Anfang. Das Prinzip der Drehung steht für das dem Stück innewohnende Zyklische. Der Fall Wozzeck mag ...

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Opernwelt Januar 2023
Rubrik: Panorama, Seite 37
von Alexander Dick

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