Alles dreht sich
Alles ist anders. Kein Zimmer des Hauptmanns, kein rasierender Wozzeck, kein Spiegel. Auch nicht das Streicher-Glissando und die kecke Oboe, mit denen Alban Berg seine Jahrhundertoper einleitet. Stattdessen erklingt der erste Teil des berühmten letzten Orchester-Zwischenspiels, das der Komponist als Requiem auf seine Titelfigur verfasst hat. Der Freiburger «Wozzeck» beginnt ebenso unorthodox wie selbstbewusst. Doch nicht als Korrektur an Bergs Dramaturgie will der neue Generalmusikdirektor André de Ridder den Einstieg verstanden wissen.
Für ihn ist es eher ein «Eingriff , wie ein filmischer Schnitt». Man könnte auch salopp sagen: ein Vorspann.
Denn in der Tat beginnt der Opernabend mit einer Drehung – mit einer Hinwendung zum Stück: Das Philharmonische Orchester sitzt auf der Drehbühne, einer riesigen, gestaffelten Gerüstkonstruktion, als klingende, raumfüllende (Berg-)Landschaft. Regisseur Marco Štorman, Bühnenbildner Demian Wohler und Josa Marx (Kostüme) machen es zum visuellen Zentrum des Abends, das aber auch um 180 Grad gedreht zur Hinterbühne gewendet sein kann. Wie eben am Anfang. Das Prinzip der Drehung steht für das dem Stück innewohnende Zyklische. Der Fall Wozzeck mag ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Januar 2023
Rubrik: Panorama, Seite 37
von Alexander Dick
Frau Rutigliano und Frau Mendrala, wo sind Sie und Ihre Kinder gerade?
Julia Rutigliano: Ich probe gerade in Schwerin. Mein Sohn ist bei meiner Mutter in München.
Annika Mendrala: Auf dem Weg nach Bern, da leite ich den Studiengang CAS Singstimme. Dann sind gleich wieder Proben für ein Konzert in Hamburg, wo ich auch lebe. Die Kinder sind bei meinem Mann und den...
Wann haben Sie zuletzt in der Oper geweint?
In der Semperoper bei Allesandro Rollas Bratschenkonzert, gespielt von Tabea Zimmermann.
Wo würden Sie ein Opernhaus bauen?
Im Berner Jura, mit Blick auf den Bielersee.
Ihr Geheimrezept fürs Überleben während der Proben?
Ich liebe Proben. Wenn es mal hakt, freuen sich alle über eine Prise Humor. Wenn es in mir hakt, mache...
Ungeliebte Schwestern sind sie beide, sind es im Grunde seit dem Tag, an dem sie das Licht der Welt erblickten. Während den Puschkin’schen Schöpfungen «Eugen Onegin» und «Pique Dame» sowie, wenngleich seltener, auch «Jolanthe» bis heute kontinuierlich ein Logenplatz zugewiesen wird, saßen sowohl die «Jungfrau von Orléans» (Jahrgang 1881) als auch die wesentlich...
