Nicole Enßle (Papagena) und Máté Sólyom-Nagy (Papageno), Foto: Theater/Lutz Edelhoff
Gedankenspiel
Es ist nun 40 Jahre her, dass die verdienstvolle Schriftenreihe «Musik-Konzepte» provokant fragte: «Ist die Zauberflöte ein Machwerk?» Es gab darauf viele Antworten, die mit «Ja, aber» begannen. Der Popularität dieser Volksoper konnte all das nichts anhaben: Seit eh und je führt sie mit weitem Abstand die Bühnenstatistiken an.
Exakt 226 Jahre nach der Uraufführung kam «Die Zauberflöte» jetzt am Theater Erfurt neu heraus und wird wohl auch hier die Besucherbilanz schmücken – obwohl bei der Premiere der szenische Funken nicht recht überspringen wollte.
Dabei loderten bei der Feuerprobe durchaus Flammen; die Wasserprobe indes ging tropfenlos über die Bühne. Regisseurin Sandra Leupold hat sich eine Menge Gedanken über das Stück und seine Tücken gemacht. Doch die erschließen sich eher im Programmheft als auf der Szene. Gemeinsam mit Ausstatterin Jessica Rockstroh teilte sie die Geschichte in zwei Sphären auf: Volkstheater und Gleichnis. Bis zum Duett von Papageno und Pamina spielt die Handlung auf einer kleinen Wandertheaterbühne – mit Bildern von der quietschenden Rolle, einer putzigen Schattenrissschlange und sympathischem So-tun-als-ob-Gehabe. Dann wird die Szenerie langsam nach ...
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Fast 40 Jahre dauerte es von Wagners erster Begegnung mit dem Parzival-Stoff bis zur Uraufführung seines späten Bühnenweihfestspieles. Die lange Inkubationszeit hatte natürlich Folgen: Der Sinnschichten, die das Stück aufeinandertürmt, sind viele, der Rätsel auch. Wer da klärt und Erlösungsmetaphern in klare Bildlösungen packt, kann eigentlich gleich einpacken. So...
Auch die Bewohner von Elfenbeintürmen wollen wissen, was draußen in der Welt geschieht. Und so sei heute aus dem Nähkästchen geplaudert. Wenn die neue Nummer der «Opernwelt» im Briefkasten liegt, schaue ich gleich, was Christopher Gillett in seiner launigen Glosse zu erzählen hat. Und staune, was sich Auftraggeber im Operngeschäft alles herausnehmen. Im Vergleich...
Welcher Dirigent kann schon von sich sagen, dass er in einem Jahr gleich zwei neue Häuser eröffnet hat? Sie haben Anfang März zum ersten Mal im neuen Pierre Boulez Saal dirigiert, Anfang Oktober in der frisch restaurierten Lindenoper. Es gab Verrisse und Lob. Sind Sie zufrieden mit Ihren Kritikern, Herr Barenboim?
Dass ich lieber ein modernes Haus haben wollte, ein...
