Nicole Enßle (Papagena) und Máté Sólyom-Nagy (Papageno), Foto: Theater/Lutz Edelhoff
Gedankenspiel
Es ist nun 40 Jahre her, dass die verdienstvolle Schriftenreihe «Musik-Konzepte» provokant fragte: «Ist die Zauberflöte ein Machwerk?» Es gab darauf viele Antworten, die mit «Ja, aber» begannen. Der Popularität dieser Volksoper konnte all das nichts anhaben: Seit eh und je führt sie mit weitem Abstand die Bühnenstatistiken an.
Exakt 226 Jahre nach der Uraufführung kam «Die Zauberflöte» jetzt am Theater Erfurt neu heraus und wird wohl auch hier die Besucherbilanz schmücken – obwohl bei der Premiere der szenische Funken nicht recht überspringen wollte.
Dabei loderten bei der Feuerprobe durchaus Flammen; die Wasserprobe indes ging tropfenlos über die Bühne. Regisseurin Sandra Leupold hat sich eine Menge Gedanken über das Stück und seine Tücken gemacht. Doch die erschließen sich eher im Programmheft als auf der Szene. Gemeinsam mit Ausstatterin Jessica Rockstroh teilte sie die Geschichte in zwei Sphären auf: Volkstheater und Gleichnis. Bis zum Duett von Papageno und Pamina spielt die Handlung auf einer kleinen Wandertheaterbühne – mit Bildern von der quietschenden Rolle, einer putzigen Schattenrissschlange und sympathischem So-tun-als-ob-Gehabe. Dann wird die Szenerie langsam nach ...
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Kürzlich stieß ich im «New Yorker» auf einen Beitrag über Toscanini. Als der Dirigent in den 1920ern Chef der Scala war, las ich dort, bestand das Repertoire zu 35 bis 40 Prozent aus nagelneuen Stücken. Meine Frau und ich stellen gerade eine Stiftung auf die Beine, die Kompositionsaufträge finanzieren soll – da mutet uns die Vorstellung paradiesisch an. Man stelle...
Nervös ist er immer noch, auch nach 20 Jahren. «Fast so, als ob ich selbst singen oder spielen müsste», sagt Arno Declair. Er steht in Reihe zwei oder drei, verfolgt die Probe durch den Sucher seiner Kamera. Mindestens 500-mal pro Abend drückt er auf den Auslöser – in der Hoffnung, dass am Ende so viele gute darunter sind, dass es für ein Programmheft reicht. «Ich...
Auch die Bewohner von Elfenbeintürmen wollen wissen, was draußen in der Welt geschieht. Und so sei heute aus dem Nähkästchen geplaudert. Wenn die neue Nummer der «Opernwelt» im Briefkasten liegt, schaue ich gleich, was Christopher Gillett in seiner launigen Glosse zu erzählen hat. Und staune, was sich Auftraggeber im Operngeschäft alles herausnehmen. Im Vergleich...
