Funkelnde Attacke
Auch das Augsburger Stadttheater muss empfindliche Kürzungen während der laufenden Saison verkraften. Doch Regisseurin Yona Kim, in Südkorea geboren, in Wien ausgebildet und demnächst in Stuttgart mit Chaya Czernowins «Pnima» aktiv, scheint das eher zu beflügeln.
Mit Bühnenbildnerin Etienne Pluss reißt sie für «Lucia di Lammermoor» weite, dumpf schimmernde, beunruhigende Seelenräume auf. Ein Shakespeare-Podest, das während Lucias Cabaletta nach oben klappt, ein paar historisierende Kostümzitate, eine perfekt ausgeleuchtete Szene: Das reicht.
Und schafft mit oft stilisierten Bewegungen und Arrangements eine Atmosphäre der Bedrohung, des Nicht-Eindeutigen, des Ungewissen. Ein Alptraum in 3D, in dem das weibliche (Chor-)Volk Schnurrbärte tragen muss und sich einzig Kammerdame Alisa (Stephanie Hampl) im steifen Reifrockpanzer wie ein dunkler Engel gegen die Machos behauptet. Lucia im Jungmädchenkleid ist dem Ganzen wie schutzlos ausgeliefert, bevor sie am Ende das vom Gattenmord blutige Laken wie eine Hochzeitsschleppe oder einen Krönungsmantel trägt.
Das subtilste, dank seiner kleinen Zeichen umso wirkungsvollere Donizetti-Konzept nützt wenig, wenn es nicht musikalisch erfüllt wird. Und ...
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Manchmal spielen die entscheidenden Szenen auf den Nebenbühnen. Zumal, wenn es um die Frage geht, was Oper und Musiktheater im Innersten zusammenhält. Wohin geht es mit der Kunst des singenden und spielenden Menschen, wenn das Kernrepertoire sich (Ausnahmen bestätigen die Regel) aus dem 18. und 19. Jahrhundert speist? Wenn sich der Guckkasten zu einem Museum...
ARTE
1./7.6. – 6.00 Uhr
Maria Callas in Paris.
Dokumentation von Pierre-Martin Juban.
2./8./14.6. – 6.00 Uhr
Martha Argerich und Yuja Wang in Verbier.
Martha Argerich und das Verbier Chamber Orchestra unter Gábor Takács-Nagy spielen Beethovens Klavierkonzert Nr. 2; Yuja Wang spielt Scarlatti-Sonaten (K 427 und K 455) und Mozarts «Rondo alla turca».
3.6. – 6.00 Uhr
Claudi...
Der Umgang mit den sechs bruchstückhaft überlieferten Opern ist die heikelste Frage, die sich der Vivaldi-Edition des Labels Naïve stellt. Soll man nur die erhaltenen Teile einspielen und es bei Fragmenten belassen? Oder doch die verloren gegangenen Arien durch «Leihgaben» aus anderen Werken Vivaldis ergänzen, so wie es beispielsweise Jean-Claude Malgoire in seiner...
