Fundsachen
Virginia Zeani (* 1925), deren Karriere über drei Jahrzehnte währte, gehörte zu den großen Primadonnen der Callas-Ära, blieb bei uns aber lange Zeit unbekannt. Im ersten Jahrzehnt ihrer Karriere war sie auf die Belcanto-Rollen Donizettis, Bellinis und Rossinis spezialisiert, daneben als Gilda und insbesondere Traviata erfolgreich. In den 60er-Jahren entwickelte sie sich allmählich zum lyrisch-dramatischen Zwischenfach-Sopran mit dem Schwerpunkt Puccini und Verismo, sang aber auch Rollen wie Elsa und Senta.
Zwei Recitals produzierte Decca in den 1950ern mit dem aufstrebenden Star, die in Deutschland nie auf dem Markt waren (ein paar wenige Titel ausgenommen). Obwohl die Sängerin erst in der Folgezeit ihren Zenit erreichte, gab die Firma ihr keine Gelegenheit mehr, in einer Gesamtaufnahme mitzuwirken, was damit zusammenhängen könnte, dass sie unterdessen Joan Sutherland als exklusiven Star angeheuert hatte. Wie im Falle von Magda Olivero und Leyla Gencer basiert der Nachruhm Zeanis auf zahlreichen Live-Aufnahmen, die in der Piraten-Ära Kult waren (und heute offiziell erhältlich sind).
Gerade die Konkurrentin Joan Sutherland und ihr Gatte Richard Bonynge sprachen ihr das höchste Lob ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Juni 2017
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 29
von Ekkehard Pluta
Ein «Frühlingsmärchen» hat Nikolai Rimsky-Korsakow seine vierte Oper genannt. Das trifft die in «Snegurotschka» verhandelte Sache genauer als der Name des Fabelwesens, das dem Stück den Titel gab. Denn nicht die unmögliche Romanze der Geisterbraut, die am Ende in den Armen eines profanen Handelsmanns dahinschmilzt, treibt hier die Handlung, sondern eine von...
Am Premierenabend soll sie triumphiert haben, aber schon in der zweiten Vorstellung musste sich Kathleen Eve Parker, die Ellen der Schweriner Inszenierung, von Sonja Mühleck vertreten lassen. Espen Fegran konnte den Captain Balstrode immerhin noch spielen, aber nicht singen, was für ihn Mark Morouse aus dem Off erledigte. Paul McNamara, der die Titelpartie sang,...
Vor langer Zeit hat mir eine Kollegin von einer Auseinandersetzung mit einem Regisseur erzählt. Ich habe die Anekdote nie vergessen. Sie schuftete als Fiordiligi für eine Wiederaufnahme. Auch bei der Premiere war sie dabei gewesen, jetzt – mit Abstand – schien ihr manches noch absurder als zuvor. Als es an «Per pietà» ging, konnte sie sich die Frage einfach nicht...
