Fulminante Raumfahrt
Es dauerte ziemlich lange, bis der Opernbetrieb das Attraktionspotenzial, fast möchte man sagen: den impliziten Eventcharakter der Grand opéra à la Meyerbeer neuerlich erkannte. Seit rund zwei Jahrzehnten aber scheint das Eis gebrochen und damit auch der lange Arm des Antisemiten und Meyerbeer-Hassers Richard Wagner. Von Einfluss war dabei wohl auch der dank des internationalisierten «Marktes» auffälligere Sängerfrühling und nicht zuletzt der 1990 in Deutschland neu gegründete Meyerbeer-Verein. All das ist zumindest Indiz für wachsendes Interesse.
So kann der nun für Frankfurts «Afrikanerin – Vasco da Gama» gewonnene Regisseur Tobias Kratzer schon als Meyerbeer- und Wagner-Experte zugleich gehandelt werden: Vom Pariser Meister waren bemerkenswerte Kratzer-Inszenierungen unlängst in Nürnberg und Karlsruhe (wo auch Kratzers «Götterdämmerung» tagte) zu erleben. Und noch eine Belebungs-Annonce: Von Meyerbeers letzter, 1865 posthum uraufgeführter Oper erstellte die Philologie eine (2013 in Chemnitz aus der Taufe gehobene) Alternativfassung, die dem Komponistenwillen mehr entsprechen dürfte als der traditionell praxisüblich gewesene Notentext. Dem dabei ebenfalls wieder eingesetzten ...
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Opernwelt April 2018
Rubrik: Im Focus, Seite 8
von Hans-Klaus Jungheinrich
Einzelarien aus dem umfangreichen Opernschaffen Nicola Porporas fehlen auf kaum einem Album mit Werken aus der Kastraten-Ära. Umso neugieriger durfte man sein, ob und wie Porporas Musik ihre Wirkung auch über die Länge einer kompletten Oper hinweg entfaltet. Das Publikum der Innsbrucker Festwochen der Alten Musik erlebte bereits 2015 eine Aufführung des Dramma per...
ML = Musikalische Leitung
I = Inszenierung, B = Bühnenbild
K = Kostüme, C = Chor, S = Solisten,
P = Premiere, UA = Uraufführung
WA = Wiederaufnahme
Deutschland
Aachen
Theater Aachen
Tel. 0241/478 42 44
theaterkasse@mail.aachen.de
www.theateraachen.de
– La traviata: 2., 8., 28.
– Don Giovanni: 6., 19.
– Poulenc, Dialogues des Carmélites: 15. (P), 21., 29.; 5., 17., 20., 26....
Oper oder Oratorium? Das ist hier nicht die Frage. Die Fakten sind eindeutig. Und besagen, dass «Saul», uraufgeführt am 16. Januar 1739 im King’s Theatre am Haymarket zu London, ein geistliches, typisch englisches Oratorium ist, in dem Georg Friedrich Händel, wie schon bei «Esther», «Deborah» und «Athalia», auf ingeniöse Weise Merkmale der italienischen Seria mit...
