Alles schön
Als sich in England die Alte-Musik-Bewegung mit ihrem «authentischen Klangbild» zu formieren begann, lästerte der Dirigent Neville Marriner, dies sei so etwas wie eine makrobiotische Bewegung der Musikszene. Allerdings war Marriners Academy of St Martin in the Fields eines jener Ensembles, die schon davor über die romantische Konzertauffassung hinaus nach historischer Annäherung suchten – worüber auch das vorliegende Album mit Arien aus Opern und Oratorien des Wahlbriten George Frideric Handel Auskunft gibt.
Die Einspielungen stammen aus den 1950er-, 1960er-Jahren, als eine neue Barockwelle auf die Insel überschwappte und die Briten sich der Bühnenwerke des Hallensers, die sie zeitweilig eher vernachlässigt hatten, wieder vermehrt annahmen.
Vom Gesamteindruck dieser Kompilation sind wir allerdings nicht wirklich überzeugt. Joan Sutherland etwa, die natürlich als Zugpferd fungiert, klingt wohl frisch und jungmädchenhaft, aber für unseren Geschmack zugleich beliebig. Mag sein, dass dies auch der damaligen Aufnahmetechnik geschuldet ist: Erstaunlicherweise wirken nach unserem Eindruck etwa die Arien mit ihrem Gatten Richard Bonynge am Pult nicht gut ausgesteuert. Auf jeden Fall ...
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Opernwelt April 2018
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 27
von Gerhard Persché
59. Jahrgang, Nr 4
Opernwelt wird herausgegeben von
Der Theaterverlag – Friedrich Berlin
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Best.-Nr. 752310
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