Volltreffer
In die lange Reihe der gegenwärtig auf den Spielplänen kaum präsenten französischen Opernkomponisten gehört auch Daniel François Esprit Auber. Durch den gelegentlich gespielten «Fra Diavolo» ist er zwar nicht völlig in Vergessenheit geraten, doch Aubers 46 (!) weitere Opern sind weitestgehend unbekannt. Einer der zu seinen Lebzeiten größten Erfolge war mit mehr als 1000 Aufführungen «Le Domino noir» von 1837 auf ein Libretto von Eugène Scribe.
Die Opéra Royal de Wallonie, die sich vor zwei Spielzeiten bereits für das Alterswerk «Manon Lescaut» starkmachte, hat nun in einer Koproduktion mit der Pariser Opéra Comique auch «Le Domino noir» ausgegraben – und mit viel Liebe zum (amüsanten) Detail und Sinn für französischen Esprit einen Volltreffer gelandet.
Die Handlung schildert eine verwickelte Liebesgeschichte: Angèle, Nichte der spanischen Königin, lebt in einem Stift, dessen Äbtissin sie werden soll. Allein, die schöne, junge Frau hat entschieden weltliche Freuden im Sinn, schlüpft aber, um auf Partys unerkannt zu bleiben, in einen schwarzen Domino. Diese Verkleidung sorgt bis zum Happy End für allerhand Turbulenzen, die wiederum das Regieteam um Valérie Lesort und Christian Hecq ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt April 2018
Rubrik: Panorama, Seite 46
von Regine Müller
«Wie man wird, was man ist» – Friedrich Nietzsches Sentenz wird im Sammelband von Jürgen Schläder und seinen Studenten allein auf die Gründungsgeschichte der Bayerischen Staatsoper und auf die Zeit zwischen der Weimarer Republik und den späten 1960er-Jahren bezogen. Der Leser aber gewinnt auf fast jeder Seite den Eindruck, hier liege eine Geschichtsschreibung ex...
Ein Bühnenbild wie ein Schrei. Schwarze Zeichen winden sich auf heller Leinwand: brutal hingeworfen wie gekrümmte Leiber, verrenkte Glieder, flehende Arme. Verkohlte Spuren eines grausamen Gemetzels. Händels Oratorium «Jephtha», das Achim Freyer am Hessischen Staatstheater Wiesbaden mit verstörender Bilderwut in Szene setzt, erzählt eine archaische Geschichte: Um...
Ist die alte, die Musik des Mittelalters im 21. Jahrhundert das eigentlich Neue? Der Gregorianische Choral? Die mehrstimmigen Gesänge der Notre-Dame-Schule und der Ars Nova? Für Arvo Pärt liegt die Zukunft fraglos in der Vergangenheit. Vorwärts zu den Ursprüngen – so könnte man die Haltung umreißen, die Pärts Kompositionen seit den späten 1970er-Jahren...
