Fragwürdig
Altes Stück, neue Aspekte? So ganz hat das in Bremen mit Mozarts Dauerbrenner nicht geklappt. Eine Mischung aus Traumerzählung, Coming-of-Age-Geschichte, Abenteuerreise und Scien -ce-Fiction sollte sie laut Programmheft in Marco Štormans Lesart werden, die neue «Zauberflöte». Doch dazu müsste man erstmal überhaupt eine Geschichte erzählen.
Und genau daran hapert es in dieser Inszenierung, die das Werk, inklusive Pause, im Zweieinviertel-Stunden-Schnelldurchlauf präsentiert, fast ohne Dialoge, mit schmerzhaften musikalischen Kürzungen und Umstellungen. Man springt von Puzzle-Teil zu Puzzle-Teil, sieht sich mit einigen hübsch arrangierten und ausgeleuchteten Bildern konfrontiert und sucht immer wieder nach einem verbindenden Faden: Wer hat Pamina und Tamino auf diese merkwürdige Prüfungsreise geschickt, und was soll sie überhaupt bezwecken? Welche Rolle spielt dabei Papageno, der hier den ganzen Abend in einer Zwangsjacke – einem überaus unglücklichen Kostüm – steckt und ausgerüstet ist wie zu einer Polarexpedition? Wer ist dieser Monostatos, dem man bis auf eine Eingangspassage seine zauberhaft-tiefsinnige Geschwind-Arie «Alles fühlt der Liebe Freuden» gestrichen hat und damit ...
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Opernwelt Juli 2026
Rubrik: Panorama, Seite 60
von Gerhart Asche
Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, auch der ersten Spielzeit des neuen Weimarer Intendantentrios – Chefregisseur Valentin Schwarz, Schauspieldirektor Timon Jansen sowie der ebenfalls inszenierende Operndirektor Dorian Dreher. Jetzt kommt es darauf an, was die drei Herren daraus machen. Wollen sie zaubern? Eher nicht, möchte man meinen nach der Premiere von Lili...
Die Tonart ist, selbst für Schubert, ungewöhnlich: Fis-Moll, das klingt nach Abseitigkeit, Abgrundtiefe, vielleicht sogar nach einem endgültigen Abschied. Und so ist es auch. Die «Totengräberweise» auf Verse des Freiherrn Franz Xaver von Schlechta führt uns direkt auf den Friedhof. «Ziemlich langsam» und ziemlich leise (piano) wünscht sich der Komponist dieses Lied...
Während sich allerorten die Häuser und Festivals anlässlich des 100. Geburtstags um szenische Produktionen von Opern aus der Feder von Hans Werner Henze drücken, wird der Jubilar bei der Münchener Biennale gefeiert – und zwar in Form eines Stücks, dass mühelos Zeiten, Orte sowie Musikstile vermengt und überwindet. Geschrieben hat es der thailändische Komponist...
