Der Wille zur Freiheit
Ist das ein Handlungsballett, eine Tanzphantasie oder doch eine typische Operninszenierung, was Wim Vandekeybus auf die Bühne in Antwerpen bringt? In jedem Fall ist es Musiktheater, schließlich wird die Geschichte von Bizets «Carmen» mit Gesang erzählt, nur eben ganz anders als sonst und ohne jeden Folklorismus. Bei Vandekeybus geht es um Archaik, Mystik, um Animalisches. Trotzdem wird ausgelassen (und athletisch) gefeiert, so etwa zu Beginn des Finalakts.
Kuttenbewehrte Tänzerinnen und Tänzer, die zuvor ihre Gesichter verborgen hielten, fangen auf einmal an, in die Lüfte zu springen und ihre Körper hin und her zu werfen. Dazu spielt das Orchester unter der Leitung von Keren Kagarlitsky einen flott-federnden, äußerst beherzten Entr’acte, zunächst ohne jedes Auftrumpfen. Das folgt, mit martialischen Sforzato-Akzenten, erst am Schluss dieses bemerkenswerten Abends.
Tänzerisch hat diese Kompanie, die aus der Balletttruppe von Opera Ballet Vlaanderen und aus Vandekeybus’ eigenem Ensemble «Ultima Vez» gebildet wurde, wenig mit dem «klassischen» Ballett gemein. Was sie vor der Stierkampfarena (aber nicht nur dort) zeigen, folgt einer strengen Choreographie, wobei die tänzerischen ...
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Opernwelt Juli 2026
Rubrik: Panorama, Seite 64
von Richard Lorber
Letzten Dingen haftet nicht selten die Aura des Außergewöhnlichen an, zumal wenn es sich dabei um Kunstwerke handelt, deren Wirkung noch Jahrhunderte danach zu spüren ist. Ludwig van Beethovens Streichquartett op. 135 in F-Dur zählt zweifelsohne in diese Kategorie, es ist das markante Schlusswort eines in vielfacher Hinsicht revolutionären Komponisten. Er selbst...
Wandelbar
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