Flucht nach vorn

Berg: Wozzeck in Gera

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Wohl kaum eine Figur der Operngeschichte erlebt so eine niederschmetternde Ausweglosigkeit wie Wozzeck. Wie zeigt man das auf der Bühne? Matthias Oldag, Generalintendant der Theater & Philharmonie Thüringen, und sein Bühnenbildner Thomas Gruber haben sich in Gera für eine simple, aber doch wirkungsvolle Lösung entschieden. Ein Raum, begrenzt von zwei Wänden, einer Decke und einem ansteigenden Boden, verjüngt sich nach hinten ins Nichts. Von dem Moment, in dem sich der Vorhang hebt, ist klar, dass hier eine Geschichte unausweichlich auf die Katastrophe zusteuert.

Die Decke senkt sich bis zu der niedrigen Raumhöhe, die Maries Kammer und zugleich jene Decke symbolisiert, nach der sie sich im Leben strecken kann. In der Tiefe der Hinterbühne, gleichsam in deren Fluchtpunkt wechselnde Motive – mal hängt dort eine Scheibe, die den Mond und im nächsten Moment die untergehende Sonne darstellt, mal ein blutiger Rinderkadaver, mal ziehen die Soldaten mit dem Tambourmajor an der Spitze vorbei, dann herrscht wieder nur bedrückende Schwärze. Die Figuren wirken wie eingefroren, die surrealistischen, an Salvador Dalí erinnernden Tableaux leben von der Sprache der Farbe. Es sind starke Bilder, die ...

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Opernwelt August 2009
Rubrik: Panorama, Seite 44
von Udo Badelt

Vergriffen
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