Flotter Ton, sonst Flaute

Johann Strauß’ «Nacht in Venedig» bei den Seefestspielen Mörbisch

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Der Anblick von Kreuzfahrtschiffen, die durch den Canale della Giudecca pflügen, gehört mittlerweile ebenso zum Image der Lagunenstadt wie das Taubenvolk vom Markusplatz oder die Rialtobrücke. Insofern ist es konsequent, wenn in der Inszenierung von Johann Strauß’ «Eine Nacht in Venedig» bei den Seefestspielen Mörbisch eines dieser vielstöckigen Monsterboote die Bühne dominiert.

Wenn Regisseur Karl Absenger die Karnevalshandlung dann aber heiter-naiv abspulen lässt, ohne die Problematik der desaströsen Tourismusstrategie wenigstens zu streifen, ist das selbst für eine massentaugliche Sommerproduktion zu kurz gegriffen. Absengers Modernisierungsversuch des 1883 uraufgeführten Stücks bleibt überhaupt in Oberflächlichkeiten stecken: Handys und Gegensprechanlagen kommen zwar ebenso vor wie zeitgenössische Fäkalausdrücke, die Personenführung aber bleibt konventionell, mit deutlichen Defiziten im szenischen Timing.

Schade, denn musikalisch hat die Produktion Klasse. Mit Herbert Lippert ist in der Erstbesetzung ein Herzog von Rudolf Schock’schem Format zu erleben. Die Buffo-Paare werden von jungen, schauspielstarken Solisten verkörpert, den Delaqua gibt Sängerlegende Heinz Zednik. ...

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Opernwelt September/Oktober 2015
Rubrik: Magazin, Seite 84
von Frederik Hanssen

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