Festspielzeit im Heimkino
Sechs Produktionen der Salzburger Festspiele aus vier Jahrzehnten hat die jetzt von Arthaus vertretene Firma TDK in ihrer Gold-Edition in zwei Dreierpacks neu herausgebracht. Davon verdienen die frühesten Aufnahmen («Ariadne auf Naxos», «Le nozze di Figaro») als Dokumente der Zusammenarbeit des Regisseurs Günther Rennert mit dem Dirigenten Karl Böhm besondere Aufmerksamkeit.
Der große historische und künstlerische Wert dieser Fernsehaufzeichnungen lässt über die bescheidene Bildqualität (verwaschenes Schwarzweiß) hinwegsehen.
Rennert war ein wegweisender Regiemeister in einer Zeit, in der es den Begriff «Regie-
theater» noch nicht gab. Seine Inszenierungen folgten den Vorgaben des Textes und der Musik, interessierten sich weniger für die Entstehungszeit der Werke und für das Heute. In ihrer Art waren sie modellhaft und können auch mehr als 40 Jahre danach noch ihren Referenzcharakter behaupten. Der Genauigkeit in allen Belangen entsprechen die bis in die kleinste Nebenstimme ausgefeilten Dirigate Böhms.
Die Sängerbesetzungen sind in beiden Aufführungen vorzüglich. Sena Jurinac ist in «Ariadne auf Naxos» (1965) als Komponist eine Offenbarung, überrumpelnd in
ihrer stimmlich und ...
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