Immer auf Linie
Unter den bedeutenden Primadonnen von heute nimmt die Georgierin Iano Tamar eine Sonderstellung ein, da sie weder den reinen Schönsängerinnen noch den erklärten Ausdruckskünstlerinnen zuzurechnen ist, vielmehr mit einiger Konsequenz die Synthese aus Belcanto und Musiktheater angestrebt und gefunden hat.
Ihr Interesse gilt den extremen Charakteren (Medea, Abigaille, Lady Macbeth), die sie aber stets «auf Linie», ohne veristische Ausbrüche singt, andererseits den empfindsamen, eher passiven Frauenrollen (Rossinis Desdemona, Elisabetta in «Don Carlos»), deren lyrischen Schmelz sie mit dramatischem Pulsschlag vermittelt.
Durch glückliche Umstände ist sie schnell in der ersten Reihe angekommen. Seither hat sich ihre Karriere stetig, aber unspektakulär entwickelt, es gab nie einen «Hype», der durch Plattenfirmen oder ehrgeizige Agenten ausgelöst wurde. Das hat es der Sängerin erlaubt, unbeirrt ihren eigenen Weg zu gehen. Wir treffen uns in Berlin während einer Vorstellungsserie von «Andrea Chénier» an der Deutschen Oper, sprechen über ihre Rollen, ihre künstlerischen Auffassungen und über wichtige Begegnungen mit Dirigenten und Regisseuren. Eher zierlich von Gestalt, ist Iano Tamar ein ...
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Herbstlaub, Asche, Staub. Acht betongraue Himmelstürme ragen in den Schnürboden. Bleischwer ist die Luft, von den Klagelauten aus den Büchern Jesaja und Jeremia und vom Gehämmer der Trümmerfrauen. Alles schmeckt hier nach Apokalypse, nach Endzeit – die Sprache, die Geräusche, die Musik, der Raum. «Am Anfang» hat Anselm Kiefer seine Installation für die Pariser...
Ohne ihre kleinen Sommerfestspielorte wäre die überschaubare britische Opernlandschaft um einiges ärmer. Das Festival in Garsington oder die Grange Park Opera warten immer wieder mit selten gespielten Stücken auf (siehe OW 8/2009). Auch das seit 1979 veranstaltete Festival in Buxton gehört in diese Kategorie. Zur Zeit Queen Victorias war das Städtchen südlich von...
Im Paradies passierte seinerzeit offenbar auch noch allerlei, nachdem Adam und Eva in die Welt hinaus getrieben worden waren. Ein Ort für fantastische Geschichten ist der Garten Eden allemal. Ein Journalist und ein Pilot müssen im Paradies notlanden, finden sich dort unter berühmten Tieren wieder. Die Taube aus Noahs Arche, die Forelle von Franz Schubert, natürlich...
