Federnde Eleganz
Im Zuge des Massenet-Revivals, dessen Anfänge der Enkel des Komponisten, Pierre Bessand-Massenet, in seinem Buch über den Großvater in den USA der 1970er-Jahre verortet, hat besonders ein Werk zunehmend an Bekanntheit gewonnen: die Märchen-
oper «Cendrillon», die 1899 an der Pariser Opéra Comique uraufgeführt wurde.
Spätestens seit ihrer Wiederaufnahme beim kanadischen Festival Ottawa im Jahre 1979 hat sich diese zarte, bezaubernde Oper auf den internationalen Spielplänen eine Nische zurückerobern können, Anfang dieses Jahres kehrte sie auch wieder an ihren Uraufführungsort Paris zurück. In einer Produktion von Laurent Pelly, die 2006 in Santa Fe herauskam, ist sie nun erstmals an Covent Garden auf die Opernbühne gelangt.
Sowohl sein Talent zum Pastiche (hier der französischen Musik des 17. Jahrhunderts) als auch seine meisterliche Beherrschung des berührend-effektvollen Sentiments erweisen Massenet bei der musikalischen Behandlung des Stoffes beste Dienste. Und doch beinhaltet die Vorlage einen Schönheitsfehler. Nach zwei Akten ungetrübter Unterhaltung stürzt der dritte Akt – eine vom Librettisten Henri Cain vorgenommene inhaltliche Ergänzung zum Plot – das Aschenbrödel in ...
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Opernwelt September/Oktober 2011
Rubrik: Panorama, Seite 68
von
Franz Liszt kam von einer Luxemburg-Reise nach Bayreuth, mitten in der Festspielzeit. Über seine Besuche der Vorstellungen von «Parsifal» am 23. Juli 1886 und «Tristan» am 25. Juli divergieren die Meinungen. Während Oliver Hilmes diese Besuche nur erwähnt, stellt Michael Stegemann sie in einen Kontext. Liszt-Tochter Cosima, verwitwete Wagner, soll gesagt haben: «Es...
Aus dem Steinbruch von St. Margarethen nahe Wien holten schon die Römer das Baumaterial für ihre Siedlung Carnuntum; später wurde mit dem dort gebrochenen Sandstein auch der Wiener Stephansdom gebaut. Mitte der 1990er-Jahre entdeckte man das Areal fürs Musiktheater und hält sich seitdem recht eng ans erweiterte Opern-ABC: «Aida» und «Carmen» kamen bereits mehrmals,...
Angefangen hat es in Neustrelitz. An einem «lichten Sommertag» vor 14 Jahren. Irgendwie hatte es Ralph Bollmann in die ehemalige Hauptstadt des Großherzogtums Mecklenburg-Strelitz verschlagen. Doch vom Schloss, aus dem die bis heute verehrte Preußenkönigin Luise stammte, ist nur ein Schotterplatz geblieben. Auch sonst fand der Historiker kaum Spuren aus einer Zeit,...
