Fassadenkletterer

Weill: Street Scene
Münster | Theater

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Die Stücke, die Kurt Weill nach seiner Vertreibung aus Nazi-Deutschland für den Broadway schrieb, wurden, da dem Kultur- und Lebensstil Amerikas verpflichtet, in Europa lange kaum beachtet, tauchen aber inzwischen doch häufiger auf den Spielplänen auf – zuletzt «Love Life» in Freiburg (siehe OW 2/2018). Jetzt zieht Münster mit der 1947 uraufgeführten, nach wie vor unterschätzten «Street Scene» nach, die der Komponist selbst für sein Hauptwerk hielt: «Eine Oper für Amerika, und eine Oper über Amerika» sollte es sein.

Musikalisch, weil sie auf ebenso originelle wie gelungene Weise populäre Songs und Tänze mit Elementen der traditionellen Oper zu einer geglückten Synthese verbindet. Szenisch, weil sie mit ihrer naturalistischen, auf einem Schauspiel des Dramatikers Elmer Rice basierenden Handlung in durchaus sozialkritischer Weise dem Schmelztiegel der amerikanischen Nation huldigt.

Vor einer Mietskaserne in einem New Yorker Slum treffen sich die Bewohner – Frauen, Männer, Weiße, Farbige, Italiener, Juden –, stöhnen über die unerträgliche Hitze, tratschen, streiten sich, klagen über die Nöte des Alltags und träumen vom besseren Leben. Sie alle sind, bis hinunter zur kleinsten Rolle, ...

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Opernwelt Februar 2019
Rubrik: Panorama, Seite 37
von Uwe Schweikert

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