Flucht nach vorn

Die Festspiele in Erl suchen sich neu zu erfinden – mit einer «Bohème» unter Paolo Carignani, einer «Sonnambula» unter Friedrich Haider und einer Uraufführung: «Stillhang» des Tiroler Komponisten Christian Spitzenstaetter

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Ganz schnell kann so etwas gehen, innerhalb einer Woche. Einmal «La Bohème», einmal «La sonnambula», eine Rossini-Farce, das Neujahrskonzert, und Termin für Termin, salamitaktisch, wird die Erinnerung an Gustav Kuhns musikalisches Wirken gelöscht. Verantwortlich dafür: Paolo Carignani, Friedrich Haider, Oksana Lyniv und Patrick Hahn. Und eine Übergangsregierung nach dem Zwangsabgang des unbelehrbaren Alten – Andreas Leisner, früher Kuhns rechte Hand, führt gerade als Interimsintendant die Tiroler Festspiele in eine neue Zeit.

Beim Winter-Durchgang musste Leisner für Kuhn, der nach #MeToo-Vorwürfen und mutmaßlichen Finanztricks zurücktrat, «nur» Ersatzdirigenten finden. Der Sommer 2019 trägt allein Leisners Handschrift, unter anderem mit «Aida» und Walter Braunfels’ «Die Vögel», dirigiert von Lothar Zagrosek, inszeniert von Tina Lanik. Ab September kommt der Frankfurter Intendant Bernd Loebe. Der hat sich in seinem Nebenjob Marcus Küchle, bislang in der Direktion der Cincinnati Opera, als Tiroler Statthalter ausgesucht. Leisner muss also weg.

Sehr realistisch und grollfrei sieht der das. Ob sich die Festspiele zu stark auf Kuhn konzentriert haben? Leisner bejaht. «Aber das hat ...

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Opernwelt Februar 2019
Rubrik: Magazin, Seite 64
von Markus Thiel

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