Es ist vollbracht
Nun ist sie also abgeschlossen, die neue «Ring»-Produktion an der Met: Zwar nimmt sich die «Götterdämmerung» in Robert Lepages Regie optisch abwechslungsreicher aus als die vorangegangenen drei Teile, doch die wunderlich-aufwändige, als «The Machine» bekannt gewordene Bühnenkonstruktion von Carl Fillion und seinem Team wirft nach wie vor mehr gestalterische Probleme auf, als sie zu lösen vermag. So fragte man sich am Ende des letzten Abends, was der ganze technische Aufwand letztlich an Mehrwert gebracht hat.
Beispielhaft für die Schwächen der Regie war die Eröffnungsszene des zweiten Akts. 1985, in San Francisco, hatten Walter Berry als Alberich und John Tomlinson als Hagen eben diese Szene in der Inszenierung von Nikolaus Lehnhoff zum entschleunigten, packenden Zentralmoment des gesamten Werkes werden lassen. Hier nun gab der Vorhang mit dem Einsetzen der Musik den Blick auf sechs faschistoid anmutende Wachmänner frei, die auf Erkern der «Maschine» postiert waren. Kurz darauf durchmaß eine nervöse Gutrune die Bühne, bevor die Wachmänner wieder verschwanden und die Installation mit den gewohnten Ächz- und Knacklauten um die eigene Achse rotierte – um schließlich Hagen freizugeben. ...
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