Es gibt kein Entrinnen
Der Komponist und der Diktator starben just am selben Tag, dem 5. März 1953. Es erscheint als fiese Ironie des Schicksals, dass Josef Stalin mit seinem finalen Abgang von der Weltbühne Sergej Prokofjew gleichsam die Show stahl. Denn die angeordnete Staatstrauer um den Tod des Massenmörders ließ die Nachricht vom Hinscheiden des freiwillig in die Heimat zurückgekehrten, vom Sowjetsystem aber weiterhin ungeliebten Exilanten verblassen. Prokofjew war zuvor von der Parteiführung westlich «formalistischer» Tendenzen bezichtigt und zu größerer Volkstümlichkeit aufgefordert worden.
Sein spätes Schmerzenskind «Krieg und Frieden» erblickte erst 1959 in Moskau in Gänze das Licht der Musikwelt, nur Aufführungen des Monumentalwerks als Stückwerk konnte Prokofjew 1946 selbst noch erleben. Dabei kam er den Erwartungen der Machthaber weit entgegen. Schließlich strotzt der zweite Teil der Oper vor patriotischem Pathos. Zwar erzählt Tolstoi in seiner Romanvorlage von Napoleons Belagerung Moskaus im Jahr 1812. Da wollen die Russen ihr geliebtes Moskau, die «Mutter aller Städte», dem französischen Feind bloß nicht in all ihrer Schönheit überlassen, praktizieren mit verzweifeltem Mut die Politik der ...
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Opernwelt November 2021
Rubrik: Im Focus, Seite 12
von Peter Krause
Es hätte ein rauschendes Jubiläumsfest werden können: Am 4. Dezember 2020 kam exakt ein Jahrhundert nach der Kölner Uraufführung durch Otto Klemperer (eine zeitgleiche Premiere fand in Hamburg unter Egon Pollak statt) Erich Wolfgang Korngolds Oper «Die tote Stadt» im Kölner Staatenhaus heraus. Aber der Zuschauersaal blieb damals auf behördliche Anordnung ebenso tot...
Diese Übersicht bietet eine Auswahl der bei Redaktionsschluss (11.10.) als Präsenzvorstellung geplanten oder als Stream angekündigten Premieren und Festivals des Monats November 2021. Weitere Informationen finden Sie auf den Websites der Häuser. Eine Liste mit Kontaktdaten gibt es online unter diesem Link: www.der-theaterverlag.de/serviceseiten/theaterlinks/
ML =...
Der Weg in den Himmel ist steinig. Die Freuden des ewigen Lebens werden einem nicht geschenkt. Die Zeit ist knapp, um ausreichend Gutes zu tun. Weshalb sie einen gleich anmahnt, sie zu nutzen. Zudem ist der Aufstieg ins Licht gepflastert mit Versuchungen irdischen Vergnügens, Verlockungen von Macht, Reichtum und mondänem Glanz. Gäbe es da nicht den «Schutzengel»,...
