Es darf gelacht werden
In Gera hat ein neuer, dem dortigen Publikum als Regisseur aber nicht unbekannter Intendant kurzfristig – also ohne jeden Planungsvorlauf – die Leitung des in Finanznöten steckenden Theaters übernommen. An der Komischen Oper Berlin gestaltet ein erfolgreicher, aber dennoch um Zuschauer kämpfender Intendant seine letzte Spielzeit, bevor er an eine größere Bühne wechselt. In der thüringischen Provinz wie in der Metropole besinnt man sich auf die Volksoper schlechthin: «Carmen». Klar: Die Kassen sind knapp.
In beiden Fällen wird das Stück nicht als archaische Schicksalstragödie, sondern als Opéra comique aufgefasst, und zwar im Wortsinne: Es darf gelacht werden, und es wird gelacht. Schließlich stammt das Libretto von Meilhac & Halévy, den Hausautoren Jacques Offenbachs. Kurzweilig und streckenweise originell sind beide Produktionen; während man in Gera versucht, die mit dem Stück verbundenen Klischees zu vermeiden oder zu unterwandern, werden sie in Berlin zum Seitenthema der Inszenierung. Hier enden die Gemeinsamkeiten. Denn aus ähnlichen Prämissen ziehen Sebastian Baumgarten in Berlin und Kay Kuntze in Gera unterschiedliche Schlüsse. Das erstaunt nicht, wenn man weiß, dass ...
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Opernwelt Januar 2012
Rubrik: Im Focus, Seite 8
von Ekkehard Pluta
Da rückt einer nach. Da mischt einer den Zirkel seiner komponierenden Amtsbrüder auf, bekommen die – älteren – Herren Rihm und Pintscher, Haas oder Furrer Blutzufuhr. Anno Schreier heißt der wahrlich noch junge Mann. Der Aachener des Jahrgangs 1979, der, etwas blass, fast ein wenig unbeholfen wirkend, sich im Entgegennehmen des – allenthalben starken – Beifalls...
Irgendwie sei die Story dann doch ein bisschen dünn, hat jemand handschriftlich im Gästebuch vermerkt, das im Foyer des Osnabrücker Theaters ausliegt. Aber die Aufführung, na ja, die reiße das Ganze schon raus. Das trifft den Kern des Problems – und zielt ebenso haarscharf an ihm vorbei. Operette und tiefschürfend? Man spielte «ein Werk der leichtgeschürzten Muse»,...
Nina Stemme ist ohne Frage die beste dramatische Sopranistin unserer Zeit. Und sie sucht sich ihre Partien genau aus. Aida war, zwischen viel Wagner, eine Wunschpartie. Jetzt kommt die Minnie in «La fanciulla del West» hinzu. Und zwar in ihrer schwedischen Heimat. Christof Loy inszeniert.
Das Interesse an der Antike zieht sich durch die Operngeschichte. Nun hat...
