Erkenne Dich selbst!
Alice fällt. In der langen Eröffnungsszene wird vom Schnürboden eine Artistin als ihr Double herabgelassen, die in Zeitlupe mal kopfüber, mal kopfunter mit Armen und Beinen Halt und sich der Schwerkraft zu widersetzen sucht. Vergeblich. Dazu entwickelt sich im Graben, aus unheimlich tiefen Schlagzeugklängen, bald eines jener quecksilbrigen, glitzernden Klangbilder, aus denen Unsuk Chin ihre Partitur zusammensetzt. Glocken, sanftes Geklimper, fiepende Glissandi und mehr führen in ein buntes, rätselhaftes Reich der Phantasie, wo die Musik immer wieder Purzelbäume schlägt.
Zwei Stunden und 45 Minuten später hat sich das Blatt gewendet: Alice wird in einem sanften Lichtkegel in die Höhe gesogen. Man denkt unwillkürlich an Ufo-Szenen aus einschlägigen Science-Fiction-Filmen, zumal die Bühne mit ihren schwebenden Ringelementen und kaltem Neonlicht ohnehin den ganzen Abend über eine futuristische Anmutung gezeigt hat. Aber dazu erklingt eben keine Sphärenmusik mit paradiesischen Harmonien und wabernden Chorvokalisen. Stattdessen endet Chins «Alice in Wonderland» mit einem alarmierenden, bedrohlich tobenden Orchester-Crescendo, einer düster sich aufbauenden Verheißung: So klingen die ...
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Opernwelt Januar 2026
Rubrik: Im Focus, Seite 12
von Walter Weidringer
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Es gibt viele Zugänge und Interpretationsmöglichkeiten zu Oscar Wildes Roman «Das Bildnis des Dorian Gray», und die nun in Poznań uraufgeführte Oper der 82-jährigen polnischen Komponistin Elżbieta Sikora auf ein Libretto des Regisseurs David Pountney ist auch nicht die einzige Dorian-Gray-Oper, ganz zu schweigen von den vielen Balletten, Theaterfassungen, Filmen...
arte
01.01. – 00.30 Uhr
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Am 26. Juni 1993 erlebten über 500.000 Menschen im New Yorker Central Park das Konzert des «größten Tenors des 20. Jahrhunderts».
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Neujahrskonzert Venedig La Fenice 2025
Das Neujahrskonzert von 2025 unter der Leitung von Michele Mariotti ist ein Musikfest voller Höhepunkte.
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