Erfühlen und Erfüllung

Eine Hommage an den verstorbenen Bassbariton José van Dam

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Oft sind es Standardsätze. Stereotype, die aufrichtig gemeint sein mögen, aber irgendwie doch nach Pflichterfüllung klingen. An seinem Todesdatum, es war der 17. Februar, und noch Tage danach schien es allerdings, als halte die Opernwelt den Atem an, nachzulesen nicht zuletzt auf Social Media. «He never left my heart», postete etwa Nathalie Stutzmann. «A giant of our art left us.» Und Michael Volle unterstrich: «Ein Traumpartner, sehr witzig, tiefgründig und immer auf höchstem Niveau singend. Wirklich ein Vorbild und unvergessen.

» Der so Gepriesene hätte das mit feinem Lächeln abgewehrt und sich seinen Teil gedacht. José van Dam war eine Ausnahme-Erscheinung, gewiss. Glamour umwehte aber die anderen. Auf eine aufreizende Weise stand der gebürtige Belgier in Opposition zur Szene – und führte ihr gleichzeitig vor, was mit reflektiertem Gesang alles möglich war.

Bekannt wurde José van Dam als His Master’s Voice. Er war der auserwählte Bassbariton Herbert von Karajans, und dies quer durch alle Fächer. Das ästhetische Empfinden des Maestros traf sich mit der singulären Schönheit dieses Timbres. Das ging so weit, dass van Dams Stimme zum Teil des Karajan-Sounds wurde. Man nehme nur das ...

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Opernwelt April 2026
Rubrik: In Erinnerung, Seite 82
von Markus Thiel

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