Ein weiterer Coup
Vielleicht denkt Regensburgs Intendant Sebastian Ritschel bisweilen an Donald Trumps Motto «We are tired of winning». Tatsächlich hagelte es zuletzt diverse Auszeichnungen für das mittelgroße Stadttheater, welches in Kürze auch noch zum Staatstheater geadelt wird, was einerseits Prestige bedeutet, andererseits mehr Geld bringen dürfte.
Kann man prima verwenden für die oft üppigen Ausstattungen am Haus!
Joseph Beers vor rund 90 Jahren in Wien uraufgeführte Operette «Polnische Hochzeit» kommt indes mit einem «begrenzten», aber wirksamen Bühnenbild aus (kreiert von Barbara B. Blaschke). Wir befinden uns auf einem Bauernhof, Kühe wackeln an den Seiten, das Personal trägt grellgelbe Montur. Wenn sich der Raum leicht verändert, erinnert die plötzlich karge Szenerie irgendwie an eine Wohnscheune oder vielleicht auch an ein Lager, bevor alles zur großen Showbühne wird.
Regisseur Ronny Scholz verzahnt die Geschichte des 1908 nahe Lemberg (damals österreichisch) geborenen Komponisten sanft und unaufdringlich mit der Handlung. Der Jude Beer, einst unglaublich beliebt und erfolgreich, dann von den NS-Schergen verfolgt und ins Exil getrieben, taucht als eigene Figur auf, gibt mal den ...
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Opernwelt April 2026
Rubrik: Panorama, Seite 60
von Jörn-Florian Fuchs
JUBILARE
Seinen 85. Geburtstag feiert Paul Frey, der am 20. April 1941 in Heidelberg, Ontario, zur Welt kam. Der Tenor studierte am Konservatorium von Toronto, kam 1977 nach Europa und wurde ein Jahr später ans Theater Basel verpflichtet. Dort debütierte er als Massenets Werther und war anschließend in den großen Tenorpartien der Opern Mozarts und Verdis sowie als...
Dass Pjotr Iljitsch Tschaikowsky schwul war, ist selbst im lebensbedrohlich homophoben Russland kein Geheimnis mehr, auch wenn diese Facette seines Lebens dort nicht nur von konservativen Kreisen lautstark angezweifelt wird. Im Krisenjahr 1877, als er bereits über seinem «Eugen Onegin» brütete, heiratete Tschaikowsky eine seiner Schülerinnen, um den...
Oft sind es Standardsätze. Stereotype, die aufrichtig gemeint sein mögen, aber irgendwie doch nach Pflichterfüllung klingen. An seinem Todesdatum, es war der 17. Februar, und noch Tage danach schien es allerdings, als halte die Opernwelt den Atem an, nachzulesen nicht zuletzt auf Social Media. «He never left my heart», postete etwa Nathalie Stutzmann. «A giant of...
