Enttäuschend
Nadia Boulanger war als Dirigentin, Pianistin und Pädagogin lebenslang eine Vorkämpferin gegen die Marginalisierung weiblicher Kreativität. Generationen von Musikerinnen und Musikern sind durch ihren strengen Unterricht gegangen. Als Komponistin ist sie früh verstummt nach dem Tod ihres Mentors, Klavierpartners und Liebhabers Raoul Pugno sowie ihrer hochbegabten Schwester Lili. Der gemeinsam mit Pugno verfasste Liederzyklus «Les heures claires» («Lichte Stunden») auf melancholisch-zarte Liebesgedichte des flämischen Lyrikers Émile Verhaeren gilt als ihr bedeutendstes Werk.
Weniger klingende Wirklichkeit als vages Gerücht war bisher ihre ebenfalls in Zusammenarbeit mit Pugno entstandene einzige Oper «La ville morte», für die der italienische Symbolist Gabriele D’Annunzio seine 1898 uraufgeführte Tragödie «La città morta» bearbeitet hatte.
«La ville morte» lag zum Zeitpunkt von Pugnos Tod weitgehend abgeschlossen vor. Die 1914 von der Pariser Opéra Comique geplante Premiere wurde nach dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs allerdings abgesagt. In den Wirren des Kriegsendes ging die Partitur verloren. Überliefert sind nur der komplette Klavierauszug (Akt eins und vier in der Handschrift ...
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Opernwelt Juli 2026
Rubrik: Medien, Seite 47
von Uwe Schweikert
Es ist nur eine Karikatur. Aber sie erzählt viel über das Demokratie-Verständnis einer Partei, die demnächst auf Länderebene mit absoluter Stimmenmehrheit regieren könnte. Die Zeichnung, die unter dem Titel «Neulich in Sachsen-Anhalt» einen politischen F.A.Z.-Artikel über den drohenden Machtwechsel in diesem Bundesland ziert, zeigt zwei alte, grimmig glotzende...
Wandelbar
Angefangen hat er als Alt-Solist im Knabenchor. Von dort führte der Weg von Benjamin Bruns erst nach Hamburg, zum Studium bei Renate Behle, und dann recht schnell in die Opernhäuser von Bremen, Köln, Dresden und Wien. Bemerkenswert die Bandbreite seines Repertoires: Von Mozart und Rossini reicht es über Beethoven, Lehár und Janáček bis zu Strauss – und...
Omer Meir Wellber macht diese Premiere zur Chefsache. Damit setzt Hamburgs Generalmusikdirektor ein Zeichen, stellt «Il barbiere di Siviglia» neben die Wagner-Opern «Lohengrin» und «Tristan und Isolde», Schumanns «Paradies und die Peri», Strauss’«Salome» und Mozarts «Così». Er scheint mit der bunten Repertoirewahl seiner ersten Saison weniger seine vielseitige...
