Große Tat

Čekovská: Dorian Gray am Eduar-von-Winterstein-Theater Annaberg-Buchholz

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Ein Siegmund im Rentenalter, eine Kaiserin, die mehr Schatten wirft als hundert weiße Gazellen, eine linkisch tanzende Salome: Um zu missfallen, genügt oft schon das Erscheinungsbild. Viele Rollen sind mit ihrer Imago essenziell verknüpft; sie zu besetzen, bringt naturgemäß gewisse Probleme mit sich. Das denkbar größte Problem dürfte Dorian Gray bereiten, jener Jüngling, dessen Schönheit vor allem Männer um den Verstand bringt, aber auch Frauen und letztlich ihn selbst.

Oscar Wildes Roman ist immer wieder adaptiert worden, zog neun Opernkomponisten an, erschien in 13 Musical-Versionen und wurde seit 1910 insgesamt zehnmal verfilmt, darunter ein Streifen mit Helmut Berger in der Hauptrolle – die Idealbesetzung. Casting crews sämt -licher Kontinente müssten lange suchen, um einen Darsteller von ähnlicher Suggestionskraft zu finden.

Annaberg-Buchholz musste nicht suchen, denn das Erzgebirgische Theater hat ihn schon seit fünf Jahren im Ensemble. Richard Glöckner, der weder ein zweiter Berger ist noch sein möchte, erweckt gleichwohl den Eindruck, Ľubica Čekovská habe ihm die Hauptpartie im «Dorian Gray» auf den Leib geschrieben. Die Oper entstand allerdings schon 2010, wurde 2013 in ...

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Opernwelt Juli 2026
Rubrik: Panorama, Seite 69
von Volker Tarnow

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